Mehr als vier Millionen Geflüchtete und Vertriebene leben in Deutschland

Wiesbaden, 17. Juni 2026 (JPD) In Deutschland haben im Jahr 2025 mehr als vier Millionen Menschen gelebt, die infolge von Flucht, Vertreibung oder auf der Suche nach internationalem Schutz nach Deutschland gekommen sind. Das teilte das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltflüchtlingstags und des Gedenktags für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni mit.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus zählen dazu 3,3 Millionen Menschen, die seit 1950 aus Gründen von Flucht, Asyl oder internationalem Schutz eingewandert sind. Hinzu kommen rund 713.000 noch lebende Vertriebene des Zweiten Weltkriegs, die bereits vor 1950 auf das heutige Bundesgebiet kamen.

Von den seit 1950 eingewanderten Geflüchteten lebt etwa ein Drittel (1,2 Millionen) seit den Jahren 2014 bis 2021 in Deutschland. Weitere 1,1 Millionen Menschen kamen zwischen 2022 und 2025. Rund 476.000 heute in Deutschland lebende Geflüchtete wanderten zwischen 1990 und 2000 ein, unter anderem infolge der Kriege im ehemaligen Jugoslawien. Das Durchschnittsalter der seit 1950 eingewanderten Geflüchteten lag 2025 bei 39 Jahren; 55 Prozent waren Männer, 45 Prozent Frauen.

Die Ukraine und Syrien stellen die größten Herkunftsländer. Rund 832.000 Menschen beziehungsweise 25 Prozent der seit 1950 eingewanderten Geflüchteten wurden in der Ukraine geboren. Aus Syrien stammen 732.000 Personen oder 22 Prozent. Zusammen machen beide Herkunftsländer knapp die Hälfte aller heute in Deutschland lebenden Geflüchteten aus. Es folgen Afghanistan (316.000), Irak (186.000), die Türkei (146.000), Polen (120.000) und Iran (117.000).

Gemessen an der Einwohnerzahl war der Anteil der seit 1950 aus Flucht- und Vertreibungsgründen Eingewanderten in Bremen mit 7,3 Prozent am höchsten. Dahinter folgen Hamburg (6,3 Prozent), das Saarland (5,7 Prozent) und Hessen (4,8 Prozent).

Die noch lebenden Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs waren 2025 im Durchschnitt 85 Jahre alt. Frauen stellten mit 61 Prozent die Mehrheit. Die höchsten Bevölkerungsanteile dieser Gruppe verzeichneten Mecklenburg-Vorpommern (2,3 Prozent), Sachsen-Anhalt (1,5 Prozent) sowie Brandenburg und Thüringen mit jeweils 1,4 Prozent.

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