Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin, 11. Juni 2026 (JPD) Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel hat gemeinsam mit dem Leiter der Verfassungsschutzabteilung, Thomas Krense, den Verfassungsschutzbericht 2025 vorgestellt. Dem Bericht zufolge bleibt die Sicherheitslage im Land angespannt und von unterschiedlichen extremistischen sowie sicherheitsrelevanten Entwicklungen geprägt. Neben klassischen Erscheinungsformen des Extremismus gewinnen hybride Bedrohungen und Radikalisierungsprozesse im Internet weiter an Bedeutung.

Nach Angaben des Innenministeriums richten sich hybride Bedrohungen gegen das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen und demokratische Strukturen. Dazu zählen insbesondere Desinformation, Spionage, Cyberangriffe und Sabotage. Aufgrund seiner Ostseelage, seiner Häfen sowie bedeutender Energie-, Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen sei Mecklenburg-Vorpommern in besonderem Maße betroffen. Der Verfassungsschutz habe seine Fähigkeiten in diesem Bereich ausgebaut und die Zusammenarbeit mit Behörden, Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen intensiviert.

Radikalisierung verlagert sich zunehmend in digitale Räume

Der Bericht beschreibt eine zunehmende Verlagerung extremistischer Einflussnahme ins Internet. Über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, Musikangebote, Kurzvideos und geschlossene Kommunikationskanäle versuchten extremistische Akteure insbesondere junge Menschen anzusprechen. Dabei spielten Zugehörigkeitsgefühle, vereinfachte Feindbilder und die Verherrlichung von Gewalt eine zentrale Rolle.

Der Rechtsextremismus bleibt nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden die größte Bedrohung für die Demokratie im Land. Erstmals wurden mehr als 2.000 Personen der rechtsextremen Szene zugerechnet; das Personenpotenzial stieg auf 2.030. Besorgniserregend sei insbesondere die zunehmende Beteiligung junger Menschen sowie die Radikalisierung über digitale Plattformen. Zudem beobachtet der Verfassungsschutz engere Verbindungen zwischen rechtsextremen Strukturen, Kampfsportmilieus und der Hooligan-Szene.

Auch das Spektrum der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter wuchs weiter. Das Personenpotenzial erhöhte sich von etwa 690 auf rund 800 Personen. Rund 19 Prozent der Szene gelten als gewaltorientiert, etwa sieben Prozent werden zugleich dem rechtsextremistischen Spektrum zugerechnet. Die Sicherheitsbehörden registrierten erneut Straftaten wie Beleidigungen, Körperverletzungen, Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte sowie Störungen von Verwaltungsabläufen.

Im Bereich des Linksextremismus blieb das Personenpotenzial mit rund 450 Personen weitgehend stabil. Zugleich gewannen ideologisch gefestigte, kommunistisch geprägte Jugendgruppen an Bedeutung. Die Zahl gewaltbereiter Linksextremisten bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Das islamistische Personenpotenzial stieg leicht auf rund 200 Personen an. Davon werden etwa 190 dem salafistischen Spektrum zugerechnet. Im Mittelpunkt der Beobachtung standen insbesondere islamistisch motivierte Einzelpersonen sowie digitale Radikalisierungsprozesse. Im Bereich des nicht-islamistischen auslandsbezogenen Extremismus wurden rund 330 Personen erfasst, darunter etwa 290 mit Bezug zur PKK. Trotz des fortgesetzten Annäherungsprozesses zwischen der Türkei und der PKK nutze die Organisation Deutschland weiterhin für Finanzierung, Propaganda und Mobilisierung.

Mit Blick auf die veränderte Bedrohungslage verweist der Bericht zudem auf die Novellierung des Landesverfassungsschutzgesetzes. Ziel sei es, die Handlungsfähigkeit der Sicherheitsbehörden, den Schutz der Grundrechte sowie die parlamentarische Kontrolle an aktuelle Herausforderungen anzupassen. Der Verfassungsschutzbericht 2025 verdeutliche nach Einschätzung des Innenministeriums, dass die freiheitliche demokratische Grundordnung weiterhin durch unterschiedliche extremistische und sicherheitsrelevante Entwicklungen herausgefordert werde.

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