Augsburg/Munderkingen, 8. Juni 2026 (JPD) Die Perlon-Gruppe hat ihren Investorenprozess im Rahmen eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens erfolgreich abgeschlossen. Nach Angaben der Beteiligten wurde das Unternehmen mit Produktionsstandorten in Deutschland, Polen und China im Zuge einer globalen Investorenlösung auf einen neuen Eigentümer übertragen. Rund 450 der etwa 510 Arbeitsplätze in Deutschland konnten dabei erhalten werden.
Die Transaktion wurde nach intensiven Verhandlungen im am 1. Oktober 2025 eröffneten Eigenverwaltungsverfahren umgesetzt und am 3. Juni 2026 rechtlich vollzogen. Käufer ist die Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd. aus China, die sich in einem internationalen Investorenprozess gegen weitere Interessenten durchsetzte. Der Prozess wurde unter Beteiligung von Gläubigerausschüssen, Sachwaltung und Beratern abgeschlossen.
Sanierung unter fortgesetztem Betrieb
Nach Angaben der Beteiligten blieb der Geschäftsbetrieb während des gesamten Verfahrens weitgehend stabil. Produktion und Vertrieb an den deutschen Standorten Bobingen, Munderkingen und Wald-Michelbach liefen ohne wesentliche Einschränkungen weiter. Dies habe wesentlich dazu beigetragen, Kundenbeziehungen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss des Investorenprozesses zu schaffen.
Die Perlon-Gruppe, die auf eine mehr als hundertjährige Unternehmensgeschichte zurückblickt, zählt zu den Herstellern synthetischer Filamente für industrielle Anwendungen. Zu den Kunden gehören unter anderem Unternehmen aus der Papier-, Bürsten- und Medizintechnikindustrie. Belastend wirkten zuletzt strukturelle Marktveränderungen sowie steigende Energie- und Lohnkosten.
Mit dem Eigentümerwechsel ist die langfristige Fortführung der Unternehmensgruppe vorgesehen. Die Marke Perlon bleibt erhalten, zugleich sollen Produktion und internationale Ausrichtung weiterentwickelt werden. Der Investorenprozess wurde von den Beteiligten als komplexes, aber erfolgreich abgeschlossenes Sanierungsverfahren bewertet.






