ifo-Umfrage: Jeder fünfte Selbständige fürchtet um Existenz

München, 19. Mai 2026 (JPD) Die wirtschaftliche Lage vieler Selbständiger in Deutschland hat sich nach Angaben des ifo Instituts weiter verschlechtert. Laut einer aktuellen Umfrage sehen 20,6 Prozent der Selbständigen ihre wirtschaftliche Existenz akut gefährdet. In der Gesamtwirtschaft lag dieser Anteil zuletzt bei 8,1 Prozent. Als zentrale Belastungsfaktoren nennt das Institut fehlende Aufträge und zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit.

Knapp die Hälfte der Befragten berichtete im April von Auftragsmangel. Der Anteil stieg auf 48,4 Prozent, nach 46,6 Prozent im Januar. Besonders betroffen sind Soloselbständige und Kleinstunternehmen. In der Gesamtwirtschaft lag der saisonbereinigte Anteil der Unternehmen mit fehlenden Aufträgen bei 39,0 Prozent.

Geschäftsklima erreicht neuen Tiefstand

Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ sank im April von minus 20,8 Punkten auf minus 29,9 Punkte und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Nach Angaben des ifo Instituts verschlechterten sich sowohl die Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung als auch die Bewertungen der aktuellen Lage deutlich.

Zugleich nahm die Unsicherheit unter den Selbständigen weiter zu. 38,8 Prozent der Befragten gaben an, ihre künftige Geschäftsentwicklung im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nur schwer einschätzen zu können. Im März hatte dieser Wert noch bei 36,4 Prozent gelegen. Das ifo Institut führt die Entwicklung unter anderem auf zurückhaltende Auftraggeber und eine weiterhin gedämpfte Konsumstimmung zurück.

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