
Wiesbaden, 19. Mai 2026 (JPD) Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im ersten Quartal 2026 erneut gesunken. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren rund 45,6 Millionen Menschen erwerbstätig. Saisonbereinigt lag die Zahl um 61.000 Personen beziehungsweise 0,1 Prozent unter dem Vorquartal. Bereits im dritten und vierten Quartal 2025 war die Erwerbstätigkeit jeweils um 0,1 Prozent zurückgegangen.
Ohne saisonale Bereinigung verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem vierten Quartal 2025 um 486.000 Personen oder 1,1 Prozent. Der Rückgang fiel damit stärker aus als im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank die Erwerbstätigenzahl um 157.000 Personen beziehungsweise 0,3 Prozent. Damit setzte sich der seit dem dritten Quartal 2025 bestehende Rückgang im Vorjahresvergleich fort.
Industrie und Bau verlieren weiter Beschäftigte
Während die Dienstleistungsbereiche im Vorjahresvergleich noch ein leichtes Beschäftigungsplus von 45.000 Personen verzeichneten, gingen außerhalb des Dienstleistungssektors insgesamt 202.000 Arbeitsplätze verloren. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe mit minus 171.000 Erwerbstätigen beziehungsweise 2,1 Prozent aus. Auch im Baugewerbe sank die Beschäftigung um 27.000 Personen.
Innerhalb der Dienstleistungsbereiche entwickelte sich die Beschäftigung unterschiedlich. Zuwächse gab es insbesondere bei öffentlichen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit mit plus 181.000 Erwerbstätigen. Dagegen verzeichneten Unternehmensdienstleister sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe deutliche Rückgänge. Auch der Bereich Information und Kommunikation meldete ein Minus.
Weniger Arbeitnehmer und Selbstständige
Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sank im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 120.000 auf 42 Millionen Personen. Auch die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger ging weiter zurück und lag mit 3,6 Millionen um 37.000 Personen niedriger als ein Jahr zuvor.
Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen blieb trotz der rückläufigen Erwerbstätigkeit stabil. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stiegen die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigem leicht an. Insgesamt wurden im ersten Quartal 15,7 Milliarden Arbeitsstunden geleistet und damit ebenso viele wie im Vorjahreszeitraum.




