
Wiesbaden, 24. April 2026 (JPD) Das Netzwerk zur Deradikalisierung im Strafvollzug (NeDiS) hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Bei einem Festakt in Wiesbaden betonte Hessens Justizminister Christian Heinz die Bedeutung der Extremismusbekämpfung in den Justizvollzugsanstalten für die innere Sicherheit. Hessen nehme bei der Früherkennung und Prävention extremistischer Tendenzen bundesweit eine Vorbildfunktion ein.
Vier-Säulen-Konzept gegen Extremismus
Die im Hessischen Justizministerium angesiedelte Stabsstelle wurde am 1. April 2016 eingerichtet. Sie koordiniert Maßnahmen und Programme im Umgang mit extremistischen Gefangenen sowie Inhaftierten aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Das Konzept stützt sich auf vier Säulen: Identifizierung, Prävention, Deradikalisierung sowie Informations- und Erfahrungsaustausch. Nach Angaben des Justizministers habe sich das bundesweit einzigartige Modell bewährt.
Heinz würdigte die Zusammenarbeit zwischen den Strukturbeobachtern in den Justizvollzugsanstalten und den Sicherheitsbehörden. Justiz- und Maßregelvollzug, Polizei und Verfassungsschutz arbeiteten gemeinsam daran, Personen mit besonderem Gefahrenpotenzial zu identifizieren und zu überwachen. Ein weiterer Baustein der Deradikalisierungsarbeit ist die seelsorgerische Betreuung muslimischer Gefangener durch deutschsprachige Imaminnen und Imame, die religiös motivierten Fehlentwicklungen entgegenwirken soll.
Die Stabsstelle kooperiert zudem mit zivilgesellschaftlichen Trägern. Im Verbund „Kompetenz gegen Extremismus in Justizvollzug und Bewährungshilfe“ (KOgEX) arbeiten das Violence Prevention Network, der St. Elisabeth e.V. und Freie Künste e.V. zusammen.






