Strukturwandel in der Anwaltschaft setzt sich fort – Einzelzulassungen weiter rückläufig

Berlin, 15. April 2026 (JPD) Die Rechtsanwaltskammern haben zum Stichtag 1. Januar 2026 einen leichten Anstieg der Gesamtmitgliederzahl verzeichnet. Bundesweit waren 173.504 Mitglieder registriert, ein Plus von 1.420 Personen beziehungsweise 0,83 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Zuwachs beruht vor allem auf steigenden Zahlen bei Syndikusrechtsanwälten sowie bei nicht-anwaltlichen Mitgliedern von Geschäftsführungs- und Aufsichtsorganen von Berufsausübungsgesellschaften.

Mitgliederentwicklung in der Anwaltschaft

Die Gesamtzahl der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in allen Zulassungsarten stieg um 0,63 Prozent auf 167.547. Während die Zahl der Einzelzulassungen mit 138.420 Personen erneut zurückging, setzt sich der seit 2017 beobachtete Abwärtstrend damit fort. Der Rückgang beträgt 295 Personen beziehungsweise 0,21 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Rechtsanwältinnen in Einzelzulassung um 0,69 Prozent auf 48.910 zu.

Besonders dynamisch entwickelten sich die doppelt Zugelassenen mit einem Plus von 3,19 Prozent auf 20.848 Personen. Auch die Syndikusrechtsanwälte verzeichneten einen deutlichen Zuwachs von 9,15 Prozent auf 8.279 Zulassungen. Der Frauenanteil liegt dort bei 59,86 Prozent, bei doppelt Zugelassenen bei 46,24 Prozent und bei Einzelzulassungen bei 35,33 Prozent. Insgesamt lag der Anteil der Rechtsanwältinnen bei 37,90 Prozent beziehungsweise 63.507 Personen.

Die Zahl der Berufsausübungsgesellschaften stieg um 6,55 Prozent auf 5.462. Dazu zählen 3.544 PartGmbB, 1.665 GmbH sowie 80 GmbH & Co. KG. Auch die Zahl der niedergelassenen ausländischen Rechtsanwälte erhöhte sich um 7,61 Prozent auf 1.485, darunter 715 europäische Rechtsanwälte nach EuRAG und 770 nach § 206 BRAO.

Die Zahl der Fachanwältinnen und Fachanwälte stieg leicht auf 47.436 (+2,79 Prozent). Der Frauenanteil erhöhte sich auf 25,18 Prozent mit 15.991 Fachanwältinnen. Insgesamt wurden 58.177 Fachanwaltstitel vergeben, ein leichter Rückgang um 0,81 Prozent. Die meisten Titel entfallen weiterhin auf Arbeitsrecht, gefolgt von Familien- und Steuerrecht. Zuwächse verzeichneten insbesondere Vergabe-, Migrations- und IT-Recht, während Urheber- und Medienrecht, Transport- und Speditionsrecht sowie Sozialrecht Rückgänge aufwiesen.

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