
München, 10. August 2026 (JPD). Die Preissteigerungen infolge des Nahost-Konflikts belasten einkommensschwache Haushalte in Deutschland deutlich stärker als wohlhabende. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des ifo Instituts. Insgesamt steigen die Konsumausgaben der deutschen Haushalte durch die Krise nach Berechnungen der Forscher um rund 16,8 Milliarden Euro.
Besonders stark betroffen sind Haushalte am unteren Ende der Einkommensverteilung. Im untersten Einkommensdezil entspricht der Kaufkraftverlust im Durchschnitt 2,87 Prozent des verfügbaren Einkommens. Bei den einkommensstärksten Haushalten sind es dagegen lediglich 0,65 Prozent. Über alle Haushalte hinweg beträgt der durchschnittliche Verlust 1,15 Prozent.
„Wir sehen, dass ärmere Haushalte einem Preisschock, der Tausende Kilometer entfernt seinen Ursprung hat, schlechter ausweichen können und größere Kaufkraftverluste erleiden“, erklärte ifo-Forscherin Tiphaine Wibault.
Nach Einschätzung des ifo Instituts schlägt der Preisschock besonders stark auf die privaten Haushalte durch, weil es anders als während der Energiekrise 2022 keinen europäischen Preisdeckel gibt. Die Belastungen würden daher weitgehend unmittelbar von den Verbrauchern getragen und träfen insbesondere Haushalte mit niedrigen Einkommen.
Überdurchschnittlich betroffen sind auch ältere Menschen. Rentnerpaare verlieren der Studie zufolge infolge des Preisschocks durchschnittlich 1,53 Prozent ihres Einkommens, alleinlebende Senioren 1,45 Prozent. Das ifo Institut führt dies unter anderem darauf zurück, dass Rentner kein Lohneinkommen als Puffer haben und einen vergleichsweise hohen Anteil ihres Budgets für Heiz- und Energiekosten ausgeben.
Für die Analyse verglichen die Forscher Konjunkturprognosen vor und nach Beginn des Krieges und übertrugen die daraus resultierenden Preisunterschiede auf die Kaufkraft verschiedener Haushaltstypen. Die ermittelten Belastungen verstehen die Wissenschaftler als Obergrenze. Haushalte könnten auf starke Preissteigerungen reagieren, indem sie ihr Konsumverhalten anpassen.





