Rheinland-Pfalz führt bundesweit erstes volldigitales Zweites Staatsexamen durch

Mainz, 16. Oktober 2026 (JPD) – Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland die Zweite Juristische Staatsprüfung vollständig digital durchgeführt. Rund 200 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare absolvierten in den vergangenen zwei Wochen an den Standorten Mainz, Trier und Frankenthal ihre schriftlichen Prüfungen erstmals ohne gedruckte Gesetzestexte und Kommentare.

Neben der elektronischen Klausurbearbeitung am Laptop standen sämtliche zugelassenen Hilfsmittel über eine digitale Examensbibliothek auf einem zweiten Bildschirm zur Verfügung. Die technische Umsetzung erfolgte gemeinsam mit der C.H. Beck-Gruppe und der IQUL GmbH. Bereits im Mai 2026 war das Verfahren in einem Probeexamen getestet worden.

Justizminister Helmut Martin bezeichnete die Umstellung als wichtigen Schritt zu einer modernen und praxisnahen Juristenausbildung. Zugleich entfielen für Prüflinge die Kosten für die Anschaffung oder Anmietung aktueller Gesetzestexte und Kommentare.

Die Präsidentin des Landesprüfungsamts, Birgit Nennstiel, betonte, die Prüfung solle nicht einfacher, sondern realistischer werden. Auf den Einsatz künstlicher Intelligenz werde bewusst verzichtet.

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