
Köln, 15. Oktober 2026 (JPD) – Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China dürfte 2026 erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro überschreiten. Damit hätte es sich seit 2019 mehr als versiebenfacht, wie eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Im ersten Halbjahr importierte Deutschland fast zweieinhalbmal so viele Waren aus China, wie es dorthin exportierte.
Besonders betroffen sind die Automobilindustrie, die Elektrobranche und der Maschinenbau. Der frühere Handelsüberschuss der deutschen Autoindustrie von mehr als 23 Milliarden Euro könnte nahezu vollständig verschwinden. Im Maschinenbau droht erstmals ein Defizit von mehr als einer Milliarde Euro. In der Elektroindustrie wächst das Handelsdefizit ebenfalls erheblich.
Das IW führt die Entwicklung neben Chinas technologischem Aufholen auf staatliche Subventionen und Wettbewerbsverzerrungen zurück. Außenhandelsexperte Jürgen Matthes fordert deshalb neben heimischen Reformen die Einführung breiter Ausgleichszölle auf europäischer Ebene. Der Europäische Rat solle die EU-Kommission zur Entwicklung eines entsprechenden Instruments auffordern.





