
München, 30. Juli 2026 (JPD). Die deutsche Wirtschaft hat sich nach Einschätzung des ifo Instituts im ersten Halbjahr 2026 trotz gestiegener Energiepreise und hoher Inflation überraschend robust entwickelt. Neben der expansiven Finanzpolitik hätten vor allem Impulse aus dem Ausland die Konjunktur gestützt, teilte das Institut am Donnerstag mit.
Anlass der Einschätzung ist der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent im zweiten Quartal 2026. Nach Auffassung von ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser dürfte insbesondere das Verarbeitende Gewerbe seine Wertschöpfung weiter gesteigert haben. Darauf deuteten die gestiegenen Industrieumsätze, vor allem im Auslandsgeschäft, hin.
Auch der Einzelhandel habe sich nach einem schwachen Jahresbeginn verbessert. Insgesamt sei die deutsche Wirtschaft damit auf Erholungskurs geblieben.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet das ifo Institut eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung. Dafür spreche unter anderem die in den vergangenen Monaten gestiegene Stimmung im ifo-Geschäftsklima. Zudem wirke die expansive Finanzpolitik weiterhin konjunkturstützend. Nach Angaben des Instituts hätten im Sommer außerdem mehrere strukturpolitische Reformen der Bundesregierung Gestalt angenommen.
Belastend bleibe allerdings der seit dem 10. Juli erneut eskalierte Konflikt am Persischen Golf, der die Energiepreise deutlich steigen ließ. Dennoch blickten die im Juli befragten Unternehmen weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Nach Angaben des ifo Instituts unterschieden sich die Geschäftserwartungen kaum zwischen Unternehmen, die ihre Einschätzungen vor dem 10. Juli abgegeben hatten, und jenen, die erst danach befragt wurden.
Nach Einschätzung von Wollmershäuser spiegele dies die Erwartung vieler Unternehmen wider, dass der Konflikt zeitnah wieder entschärft werden könnte.





