
München, 18. Mai 2026 (JPD) Mit einem Festakt haben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Justizminister Georg Eisenreich, Bauminister Christian Bernreiter sowie der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München, Hans-Joachim Heßler, das neue Strafjustizzentrum am Münchner Leonrodplatz eingeweiht. In dem Neubau werden künftig die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten sowie zwei Staatsanwaltschaften an einem Standort zusammengeführt. Das Gebäude wurde der Justiz bereits am 30. April übergeben. Die ersten Gerichtsverhandlungen sollen im Juli stattfinden.
In dem Komplex arbeiten künftig rund 1.300 Beschäftigte auf etwa 39.000 Quadratmetern. Einziehen werden das Amtsgericht München, die Landgerichte München I und II, das Oberlandesgericht München sowie die Staatsanwaltschaften München I und II. Insgesamt stehen 54 öffentliche Sitzungssäle und rund 850 Büros mit moderner IT-Ausstattung zur Verfügung. Die bisher auf sieben Standorte verteilten Einrichtungen sollen schrittweise ab der zweiten Juniwoche umziehen.
Strafjustizzentrum setzt auf Sicherheit und kurze Wege
Nach Angaben der Staatsregierung handelt es sich um die größte Baumaßnahme in der Geschichte der bayerischen Justiz. Das Strafjustizzentrum verfügt unter anderem über einen rund 280 Quadratmeter großen Schwurgerichtssaal für besonders öffentlichkeitswirksame Verfahren. Die Architektur setzt auf offene Innenhöfe und kurze Wege innerhalb des Gebäudes. Ein öffentlich zugänglicher Justizgarten ergänzt das Konzept.
Der Neubau wurde barrierefrei und im passivhausähnlichen Standard errichtet. Die Temperaturregelung erfolgt über Grundwasser und Bauteilaktivierung, zusätzlich wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Für den Umzug der Behörden sind nach Angaben des Justizministeriums rund 300.000 Umzugskartons und etwa 1.500 Lkw-Fahrten erforderlich. Eine eigens eingerichtete Koordinierungsstelle soll den Geschäftsbetrieb der Gerichte und Staatsanwaltschaften während des Umzugs sicherstellen.
Ministerpräsident Söder bezeichnete das Strafjustizzentrum als Ausdruck eines starken Rechtsstaats und verwies auf zusätzliche Stellen bei Gerichten und Staatsanwaltschaften. Auch OLG-Präsident Heßler sprach von einem sichtbaren Zeichen für eine moderne und leistungsfähige Justiz in Bayern.






