
Wiesbaden, 28. April 2026 (JPD) Die Zahl der Geburten in Deutschland ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1946 gesunken. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden rund 654.300 Kinder geboren, ein Rückgang um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzte sich der Abwärtstrend im vierten Jahr in Folge fort. Gleichzeitig überstieg die Zahl der Sterbefälle mit etwa 1,01 Millionen die Geburten deutlich.
Das daraus resultierende Geburtendefizit belief sich auf rund 352.000 und erreichte damit einen neuen Höchststand in der Nachkriegszeit. Als wesentliche Ursachen nennt die Behörde das Nachrücken geburtenschwacher Jahrgänge aus den 1990er Jahren ins Elternalter sowie die seit 2022 rückläufige Geburtenziffer. Die Struktur nach Geburtenfolge blieb stabil, mit einem Anteil von 46,6 Prozent Erstgeburten.
Geburtenrückgang verstärkt sich regional und europaweit
Regional zeigte sich erneut ein stärkerer Rückgang in Ostdeutschland mit minus 4,5 Prozent gegenüber minus 3,2 Prozent im Westen. Unter den Bundesländern verzeichnete lediglich Hamburg einen leichten Anstieg der Geburtenzahlen um 0,5 Prozent, während Mecklenburg-Vorpommern mit minus 8,4 Prozent den stärksten Rückgang aufwies.
Auch in mehreren Staaten der Europäischen Union wurden sinkende Geburtenzahlen registriert, darunter in Frankreich, Österreich, Italien und Schweden. In Spanien, den Niederlanden und Finnland deutet sich hingegen eine Stabilisierung an. Für Deutschland gehen aktuelle Bevölkerungsvorausberechnungen davon aus, dass ein Anstieg der Geburtenzahlen nur bei deutlich höherer Geburtenziffer und anhaltender Zuwanderung möglich wäre, jedoch voraussichtlich unter dem Niveau von 2021 bleiben wird.





