
Potsdam, 16. April 2026 (JPD) Die Zahl politisch motivierter Straftaten ist in Brandenburg im Jahr 2025 um rund ein Fünftel zurückgegangen. Die Polizei registrierte insgesamt 5.443 Fälle nach 6.813 im Vorjahr. Gleichzeitig handelt es sich im Zehnjahresvergleich weiterhin um den zweithöchsten Wert. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 45,2 Prozent.
Innenminister Jan Redmann und Polizeipräsident Oliver Stepien stellten die Statistik zur politisch motivierten Kriminalität in Potsdam vor. Als wesentlicher Grund für den Rückgang gilt der deutliche Einbruch von Straftaten im Zusammenhang mit Wahlen. Diese sanken von 1.877 Fällen im Jahr 2024 auf 723 Fälle im Jahr 2025.
Politisch motivierte Kriminalität mit rückläufigen Gesamtzahlen
Die Gesamtentwicklung fällt je nach Phänomenbereich unterschiedlich aus. Während in mehreren Bereichen Rückgänge zu verzeichnen sind, stieg insbesondere die Zahl der Gewaltstraftaten im Bereich PMK-rechts. Insgesamt wurden 228 Gewaltdelikte registriert, darunter vor allem Körperverletzungen und Angriffe auf Vollstreckungsbeamte. Die Gewaltstraftaten im rechten Spektrum nahmen um 28,3 Prozent auf 145 Fälle zu.
Propagandadelikte stellten mit 2.407 Fällen weiterhin den größten Anteil dar. Im Bereich PMK-rechts wurden 3.557 Straftaten erfasst, was knapp zwei Drittel aller Fälle entspricht. Auch antisemitische Straftaten bewegten sich mit 273 Fällen weiterhin auf hohem Niveau. Davon wurden 235 dem rechten Spektrum zugeordnet.
Rückgänge verzeichneten insbesondere die Bereiche PMK-links sowie sonstige Zuordnungen. Im linken Spektrum wurden 756 Straftaten registriert, ein Minus von 35,5 Prozent. Die Kategorie sonstige Zuordnung sank auf 939 Fälle. Ein wesentlicher Faktor waren rückläufige Wahlstraftaten sowie das Wegfallen von Protestdelikten im Zusammenhang mit früheren Großereignissen.
Auch Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger gingen leicht auf 367 Fälle zurück. Die Behörden führen dies vor allem auf geringere Wahlaktivitäten zurück, verweisen jedoch zugleich auf ein weiterhin hohes Niveau. Zugleich wird eine höhere Sensibilisierung und damit verbundene stärkere Erfassung entsprechender Delikte festgestellt.





