Kaufkraft steigt: Deutsche arbeiten für Fernseher heute 59 Stunden weniger als 1991

Köln, 27. März 2026 (JPD) Trotz steigender Preise haben die Löhne in Deutschland die Inflation übertroffen, sodass Beschäftigte für viele Güter heute deutlich kürzer arbeiten müssen als 1991. Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) setzt die Preisentwicklung ins Verhältnis zum durchschnittlichen Nettolohn je Stunde: 1991 verdienten Beschäftigte umgerechnet 10,21 Euro pro Stunde, 2025 sind es 25,56 Euro.

Kaufkraft gestiegen, technische Produkte besonders günstig

Besonders stark gestiegen ist die Kaufkraft bei Gütern, die vom technischen Fortschritt profitieren. Für einen Fernseher mussten Beschäftigte 1991 noch über 78 Stunden arbeiten, heute genügen 19 Stunden und 30 Minuten für ein hochauflösendes Smart-TV. Auch Kleidung wurde erschwinglicher: Ein Herrenanzug kostet heute gut zehn Arbeitsstunden, 1991 waren es doppelt so viele. Lebensmittel wie Weinbrand oder Brot erfordern heute weniger Arbeitseinsatz, obwohl die Preise seit der Wende gestiegen sind.

Teurer als früher bleiben Dienstleistungen mit hohem Personaleinsatz. Ein Damenhaarschnitt kostet Beschäftigte heute knapp acht Minuten mehr Arbeitszeit, eine Tageszeitung fast eine Stunde. Aktuell wirken sich globale Krisen wie der Irankonflikt auf die Kaufkraft aus: Bei Benzinpreisen von rund zwei Euro pro Liter müssen Verbraucher etwa fünf Arbeitsminuten aufwenden, rund eine Minute mehr als 1991. Insgesamt zeigt die Langzeitbetrachtung: Deutsche leben heute trotz Preisanstiegen deutlich komfortabler als Anfang der 1990er Jahre.

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