Studie zur Teillegalisierung: Cannabisdelikte sinken deutlich – Konsum unverändert

Berlin, 25. März 2026 (JPD) Zwei Jahre nach der Cannabis-Teillegalisierung in Deutschland zeigt sich laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kein sprunghafter Anstieg des Cannabiskonsums. Bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren blieb die Konsumprävalenz weitgehend stabil. Zugleich ging die Zahl der polizeilich erfassten Cannabisdelikte deutlich zurück, während sich die Straßenhandelspreise nicht wesentlich veränderten.

Der Rückgang der Cannabisdelikte wird in der Studie maßgeblich auf die neue Rechtslage zurückgeführt. Seit der Teillegalisierung im April 2024 sind Besitz und Anbau begrenzter Mengen für Erwachsene nicht mehr strafbar. Entsprechend sank die Zahl der registrierten Fälle laut Polizeilicher Kriminalstatistik von rund 174.000 im Jahr 2023 auf knapp unter 62.000 im Jahr 2024. Der Anteil cannabisbezogener Delikte an der Rauschgiftkriminalität hat sich damit erheblich reduziert.

Entwicklung der Drogenmärkte und politische Einordnung

Die Studie hebt hervor, dass sich andere Drogenmärkte unabhängig von der Cannabisreform dynamisch entwickeln. Insbesondere bei Kokain, Crack und Methamphetamin zeigen sich seit Jahren steigende Konsum- und Deliktzahlen. Abwasserdaten deuten zudem auf eine deutliche Zunahme der Belastung mit Kokainrückständen im Vergleich zu 2015 hin. Auch Methamphetamin weist regional erhöhte Werte auf, insbesondere in Städten nahe der tschechischen Grenze.

Nach Einschätzung der Studienautorinnen erklären sich diese Entwicklungen nicht durch die Cannabisreform, sondern durch strukturelle Veränderungen auf den Drogenmärkten. Anders als bei legalen Substanzen fehlen bei illegalen Drogen Steuerungsinstrumente wie Altersbeschränkungen oder steuerliche Regulierung. Die Studienautoren sehen daher neben der Marktbeobachtung insbesondere Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen als zentrale politische Handlungsoptionen.

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