Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern sinkt – Aufklärungsquote über Bundesdurchschnitt

Schwerin, 24. März 2026 (JPD) Die Zahl der registrierten Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2025 zurückgegangen, während die Aufklärungsquote weiterhin über dem Bundesdurchschnitt liegt. Insgesamt wurden 103.901 Straftaten erfasst, was einem Rückgang um 4.643 Fälle gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Häufigkeitszahl sank um 4,0 Prozent. Die Aufklärungsquote lag mit 63,3 Prozent das zweite Jahr in Folge über der 62-Prozent-Marke.

Innenminister Christian Pegel betonte, die Ergebnisse seien auf die konsequente Polizeiarbeit zurückzuführen. Hinter jeder aufgeklärten Tat stünden umfangreiche Ermittlungen. Zugleich bleibe die Entwicklung in einzelnen Deliktsbereichen herausfordernd.

Anstieg bei Sexualdelikten und hohe Aufklärungsquote

Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 2.573 Fälle registriert, ein Anstieg um 28,2 Prozent. Diese Deliktsgruppe macht 2,5 Prozent der Gesamtkriminalität aus. Die Aufklärungsquote liegt mit 90,2 Prozent auf einem hohen Niveau. Besonders deutlich stiegen die Fälle beim sexuellen Missbrauch von Kindern sowie bei der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte.

Als Ursache nennt das Innenministerium unter anderem gestiegene Hinweise über internationale Meldeplattformen wie das NCMEC sowie die zunehmende Nutzung internetfähiger Geräte. Von den 792 Tatverdächtigen in diesem Bereich waren 402 unter 18 Jahre alt. Pegel hob hervor, dass mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen minderjährig sei und daher verstärkte Präventionsmaßnahmen erforderlich seien.

Rückgänge bei Diebstahl, stabile Lage bei Wohnungseinbruch

Die Zahl der Diebstahlsdelikte sank auf 27.535 Fälle. Besonders deutlich fiel der Rückgang beim Ladendiebstahl sowie beim Diebstahl aus Kraftfahrzeugen aus. Die Wohnungseinbruchdiebstähle blieben mit 933 Fällen auf Vorjahresniveau. Die Polizei setzt in diesem Bereich verstärkt auf Prävention und Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger.

Zunahme von Rohheitsdelikten und Gewalt gegen Einsatzkräfte

Die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit stiegen leicht auf 20.358 Fälle. Insbesondere Bedrohungsdelikte nahmen zu, während Körperverletzungsdelikte auf dem Vorjahresniveau blieben. Die Aufklärungsquote blieb stabil bei 90,2 Prozent.

Die Zahl der Angriffe auf Polizeikräfte blieb auf hohem Niveau, auch wenn sie leicht zurückging. Insgesamt richteten sich 96,4 Prozent der erfassten Fälle gegen Polizeibeamtinnen und -beamte. Innenminister Pegel betonte die Bedeutung des Schutzes von Einsatzkräften für einen funktionierenden Rechtsstaat.

Häusliche Gewalt und Messerangriffe

Die Fälle häuslicher Gewalt stiegen auf 5.204 und erreichten damit ein hohes Niveau. Die Aufklärungsquote lag bei 99,7 Prozent. Parallel werden gesetzliche Maßnahmen zur Verbesserung des Opferschutzes vorbereitet, darunter erweiterte Befugnisse für Kontakt- und Näherungsverbote sowie elektronische Überwachungsmaßnahmen.

Die Zahl der Messerangriffe lag 2025 bei 476 Fällen und damit leicht über dem Vorjahr. Die Landesregierung setzt auf verdachtsunabhängige Kontrollen und verstärkte Präventionsmaßnahmen, um entsprechende Straftaten zu reduzieren.

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