
München, 19. Januar 2026 (JPD) – Die Versorgung der deutschen Industrie mit Vorprodukten hat sich zuletzt spürbar verbessert. Wie das ifo Institut in einer aktuellen Unternehmensumfrage mitteilt, berichteten im Dezember nur noch 7,5 Prozent der Betriebe von Schwierigkeiten bei der Beschaffung benötigter Materialien. Im November lag der Anteil noch bei 11,2 Prozent. Nach Einschätzung des Instituts deutet dies auf eine vorübergehende Entspannung der Lieferketten hin.
„Die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie hat sich insgesamt verbessert“, erklärte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Gleichwohl bestehe weiterhin Anlass zur Vorsicht. Die Stabilität der Lieferketten müsse aufmerksam beobachtet werden, da externe Entwicklungen die Versorgungslage erneut belasten könnten.
Automobilbranche profitiert besonders von Entspannung
Besonders deutlich fiel der Rückgang der Materialengpässe in der Automobilindustrie aus. Dort meldeten im Dezember nur noch 5,6 Prozent der Unternehmen Beschaffungsprobleme, nachdem es im Vormonat noch 27,6 Prozent gewesen waren. Auch bei den Herstellern elektronischer und optischer Produkte verbesserte sich die Lage merklich: Der Anteil der betroffenen Unternehmen sank von 17,5 auf 10,9 Prozent.
Bei den Produzenten elektrischer Ausrüstungen ging der Wert ebenfalls zurück und lag zuletzt bei 12,2 Prozent nach zuvor 16,0 Prozent. Insgesamt signalisiert die Umfrage eine breitere Entlastung in zentralen Industriezweigen, die in den vergangenen Jahren stark unter gestörten Lieferketten gelitten hatten.
Trotz der positiven Entwicklung sieht das ifo Institut weiterhin Risiken für die industrielle Versorgung. Die zunehmende Ausrichtung vieler Chip-Hersteller auf Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz erhöhe die Nachfrage nach bestimmten Vorprodukten und Produktionskapazitäten. Dadurch könnten einzelne Branchen erneut unter Druck geraten. Die aktuelle Entspannung sei daher ein positives Signal, garantiere jedoch noch keine nachhaltige Stabilisierung der Lieferketten in der deutschen Industrie.