Leipzig, 13. Januar 2026 (JPD) – Der Leipziger Straßenbahnhersteller HeiterBlick wird im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens von der polnischen PESA Bydgoszcz SA übernommen. Die Investorenvereinbarung sieht einen Gesellschafterwechsel noch im ersten Quartal 2026 vor. Die Übernahme soll den Produktionsstandort Leipzig sichern und als Ausgangspunkt für das westeuropäische Geschäft von PESA dienen.
Insolvenzplanverfahren ermöglicht Fortbestand und Ausbau
HeiterBlick beschäftigt rund 250 Mitarbeitende und liefert Straßenbahnfahrzeuge unter anderem nach Dortmund, Würzburg und Leipzig. PESA, einer der führenden europäischen Hersteller von Schienenfahrzeugen mit rund 3.700 Beschäftigten, übernimmt die Produktion und Dienstleistungen für den deutschen und europäischen Markt. Alle Arbeitsplätze am Standort Leipzig sollen erhalten bleiben, während die Fertigungskapazitäten ausgebaut werden.
Vor der Übernahme wurden die HeiterBlick-Gesellschaften eigenverwalteten Insolvenzverfahren unterzogen. Die Geschäftsführung wurde dabei von der Transformationsberatung Falkensteg sowie der Kanzlei Baker Tilly begleitet. Kunden- und Finanzierungsvereinbarungen sicherten den Fortbestand bestehender Aufträge und ermöglichten neue Projekte mit einem Volumen von über 350 Millionen Euro. Der M&A-Prozess wurde durch SIGMA Corpored Finance gesteuert.
White & Case-Partner Dr. Andreas Kleinschmidt begleitete das Verfahren in seiner Funktion als gerichtlich bestellter Sachwalter. „Ich freue mich, dass HeiterBlick mit PESA einen starken Partner gefunden hat, um das Geschäftsmodell fortzuführen und auszubauen. Die Unterstützung durch Finanzierer, Kunden und die Belegschaft war dabei entscheidend“, erklärte Kleinschmidt.
Er wurde im Verfahren von Associate Johannes Fritzen und Senior Insolvency Manager Julia Bäuml-Zettelmann unterstützt. Kleinschmidt zählt zu den erfahrenen Restrukturierungsanwälten Deutschlands, insbesondere bei grenzüberschreitenden Sanierungsfällen.