ifo-Umfrage: Jedes zwölfte Unternehmen sieht Existenz bedroht

München, 11. Mai 2026 (JPD) Rund 8,1 Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts für April hervor. Nach Einschätzung des Instituts bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten dürften die Insolvenzzahlen in den kommenden Monaten auf hohem Niveau verharren.

Besonders betroffen ist der Einzelhandel. Dort sehen 17,4 Prozent der Unternehmen ihren Fortbestand bedroht – der höchste bislang gemessene Wert. Als zentrale Belastungen gelten die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, der wachsende Online-Handel sowie Konkurrenz durch Billiganbieter aus dem Ausland. Im gesamten Handel befürchten 1,6 Prozent der Unternehmen die Aufgabe ihres Geschäfts.

Schwache Nachfrage belastet Unternehmen entlang der Lieferketten

Branchenübergreifend nennen viele Unternehmen fehlende Aufträge, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie zunehmende Bürokratie als Hauptprobleme. Hinzu kommen Liquiditätsengpässe, weil Kunden Ausgaben reduzieren oder selbst insolvent werden. Nach Angaben des ifo Instituts wirken sich Auftragsstornierungen und Zahlungsausfälle zunehmend entlang der Lieferketten aus.

Im Dienstleistungssektor sehen sich 7,6 Prozent der Unternehmen existenziell bedroht. Besonders hoch ist der Anteil in Beherbergung und Gastronomie mit nahezu 20 Prozent. Auch Unternehmen aus Werbung und Marktforschung melden mit 14,3 Prozent überdurchschnittlich häufig Existenzsorgen.

In der Industrie ging der Anteil gefährdeter Unternehmen leicht auf 7,5 Prozent zurück. Belastend wirken dort weiterhin hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie internationale Wettbewerbsnachteile, insbesondere gegenüber asiatischen Anbietern. Im Bauhauptgewerbe stieg der Anteil auf 7,3 Prozent. Vor allem der anhaltende Auftragsrückgang im Wohnungsbau, langwierige Genehmigungsverfahren und eine zurückhaltende Kreditvergabe der Banken setzen die Branche unter Druck.

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