Polizeiliche Kriminalstatistik: Rückgang bei Straftaten – Anstieg im Cyber- und Sexualstrafbereich

Berlin, 20. April 2026 (JPD) Das Bundesinnenministerium, der Vorsitz der Innenministerkonferenz sowie das Bundeskriminalamt (BKA) haben die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 sowie Ergebnisse der Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024“ vorgestellt. Während die Gesamtkriminalität und die Gewaltkriminalität zurückgingen, zeigen einzelne Deliktsbereiche steigende oder stabile Belastungen, insbesondere bei Kindern, Sexual- und Digitaldelikten.

Rückgang bei Gesamt- und Gewaltkriminalität

Im Jahr 2025 registrierte die Polizei bundesweit rund 5,5 Millionen Straftaten, ein Rückgang um 5,6 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen sank um 5,9 Prozent auf rund 2,05 Millionen. Auch bei der Gewaltkriminalität wurde erstmals seit 2021 ein Rückgang verzeichnet, sie ging um 2,3 Prozent zurück, die Tatverdächtigenzahl um 2,6 Prozent.

Auffällig bleibt die Entwicklung bei Minderjährigen: Während jugendliche Tatverdächtige im Gewaltbereich um 7,4 Prozent zurückgingen, stieg die Zahl tatverdächtiger Kinder um 3,3 Prozent. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei Gewaltkriminalität bei 42,9 Prozent. Insgesamt wurden rund 3,2 Millionen Fälle aufgeklärt, die Aufklärungsquote lag bei 57,9 Prozent.

Zunahmen bei Sexualdelikten, Cybercrime und Jugendpornografie

Die PKS weist einen deutlichen Anstieg bei Vergewaltigungen um 9,0 Prozent aus. Seit 2018 entspricht dies einem Plus von rund 72 Prozent. Tatverdächtige sind überwiegend männlich (98,6 Prozent) und stammen häufig aus dem sozialen Nahfeld der Opfer. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 38,5 Prozent und blieb stabil.

Rückläufig waren kinderpornografische Straftaten (-2,7 Prozent auf 41.677 Fälle), während jugendpornografische Inhalte deutlich zunahmen (+19,9 Prozent auf 11.515 Fälle). Die Behörden verweisen dabei unter anderem auf verstärkte Nutzung digitaler Plattformen und höhere Anzeigeaktivität.

Im Bereich Cybercrime und Betrug zeigt sich ein Rückgang im Inland, zugleich steigen aus dem Ausland begangene Taten. Bei Betrug nahmen Auslandstaten um 7,0 Prozent zu, bei Cyberkriminalität um 3,0 Prozent. Die Schadenssumme aus Auslandstaten erreichte 2,3 Milliarden Euro und nähert sich damit dem Inland an.

Die Dunkelfeldstudie zeigt zudem, dass rund ein Fünftel der Bevölkerung bereits von Cyberkriminalität betroffen war. Mehr als die Hälfte der Befragten äußerte die Sorge, Opfer von Internetbetrug zu werden.

Auch im Bereich der Rauschgiftkriminalität verschieben sich die Schwerpunkte. Während Delikte im Zusammenhang mit Cannabis um 27,7 Prozent zurückgingen, stiegen Fälle mit neuen psychoaktiven Stoffen (+25,5 Prozent), Kokain einschließlich Crack (+1,9 Prozent) und Methamphetamin (+3,0 Prozent).

Die Zahl der Messerangriffe blieb mit 29.243 Fällen nahezu konstant (+0,8 Prozent), während Bedrohungen mit Messern um 9,5 Prozent zunahmen. Gewaltkriminalität unter Einsatz von Schusswaffen stieg um 9,7 Prozent auf 3.166 Fälle, wobei in 1.371 Fällen geschossen wurde.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wertete den Rückgang als erste positive Entwicklung, verwies jedoch auf weiteren Handlungsbedarf. IMK-Vorsitzender Andy Grote betonte insbesondere steigende Belastungen im Bereich sexualisierter Gewalt und die Bedeutung des Opferschutzes. BKA-Präsident Holger Münch verwies auf eine zunehmende Digitalisierung und Internationalisierung der Kriminalität sowie auf die Bedeutung ergänzender Dunkelfeldanalysen.

Die SKiD-Studie zeigt zudem ein insgesamt hohes Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung, allerdings mit deutlichen Unterschieden je nach Umfeld. Während sich 74 Prozent in der Wohnumgebung nachts sicher fühlen, besteht insbesondere im öffentlichen Nahverkehr sowie an Bahnhöfen und öffentlichen Orten ein deutlich geringeres Sicherheitsempfinden.

Markiert:
Cookie Consent mit Real Cookie Banner