Augsburg, 7. Mai 2026 (JPD) Für die J.N. Eberle & Cie. GmbH hat das Amtsgericht Augsburg die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Georg Jakob Stemshorn von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH bestellt. Der Geschäftsbetrieb des Augsburger Stahlherstellers läuft nach Angaben des Unternehmens uneingeschränkt weiter. Die rund 250 Beschäftigten wurden im Rahmen einer Betriebsversammlung über die aktuelle Lage informiert.
Vorläufige Insolvenzverwaltung bei Stahlhersteller Eberle
Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert. Eine Vorfinanzierung wird derzeit vorbereitet. Stemshorn und sein Team prüfen nach eigenen Angaben die wirtschaftliche Situation sowie mögliche Sanierungsoptionen. In den kommenden Wochen soll zudem ein strukturierter Investorenprozess zur Kapitalbeschaffung eingeleitet werden.
Eberle wurde 1836 gegründet und produziert Präzisionsbandstahl, Bimetall, Bandsägen sowie weitere Stahlprodukte. Die Fertigung umfasst unter anderem Härtung, Schweißtechnik und Qualitätssicherung innerhalb des eigenen Betriebs. Das Unternehmen beliefert Kunden mit individuell angepassten Lösungen und verfügt über internationale Gesellschaften unter anderem in Frankreich, Italien, Polen, den USA und Südkorea.
Als Ursache der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen insbesondere hohe Energiepreise, geopolitische Konflikte und die schwache Nachfrage infolge der angespannten Wirtschaftslage. Auch zahlreiche Kunden stünden unter wirtschaftlichem Druck, was sich belastend auf die Auftragslage ausgewirkt habe.
Neben der operativen Gesellschaft stellte auch die börsennotierte Greiffenberger AG als Muttergesellschaft einen Insolvenzantrag. Die Holding verfügt nach Unternehmensangaben über keinen eigenen operativen Geschäftsbetrieb. Ziel aller Beteiligten sei es, eine tragfähige Fortführungslösung zu erarbeiten und den Betrieb zu stabilisieren.






