
Hannover, 6. Mai 2026 (JPD) Das Niedersächsische Justizministerium und das Niedersächsische Finanzministerium entwickeln ein KI-gestütztes Übersetzungstool für die Justiz weiter. Ziel ist eine leistungsfähige, rechtssichere Anwendung, die nach dem „Einer für Alle“-Prinzip (EfA) länderübergreifend genutzt werden kann. Grundlage ist eine bestehende Eigenentwicklung der Steuerverwaltung, die für den justiziellen Einsatz angepasst wird. Das System soll Arbeitsabläufe in Gerichten und Behörden beschleunigen und effizienter gestalten.
KI-Übersetzungstool für Verfahren mit Auslandsbezug
Eingesetzt werden soll das Tool insbesondere in Verfahren mit Auslandsbezug sowie bei der Verarbeitung fremdsprachiger Unterlagen. Nach Angaben der Ministerien soll dies zu schnelleren Verfahrensabläufen führen. Durch die EfA-Struktur sollen zudem Lizenzhindernisse reduziert und damit Zeit- sowie Kostenvorteile erzielt werden.
Die technische Umsetzung erfolgt durch das Landesamt für Steuern Niedersachsen. Die Justizversion knüpft an das KI-System „InDA“ (intelligente Datenanalyse in der Auslandsfachprüfung) an, das bereits in der Steuerverwaltung verwendet wird. Das Justizministerium erhält an der Anwendung umfassende Nutzungs-, Änderungs- und Weitergaberechte.
Finanzminister Gerald Heere betonte den ressortübergreifenden Ansatz. Mit der Weiterentwicklung bestehender KI-Lösungen werde Verwaltungstechnologie gezielt für neue Einsatzbereiche nutzbar gemacht. Dies stärke die Verwaltung und schaffe durch das EfA-Prinzip einen Mehrwert für die Justiz bundesweit.
Justizministerin Kathrin Wahlmann sprach von einem weiteren Schritt zu einer modernen und effizienten Justiz. KI-Anwendungen eröffneten neue Möglichkeiten zur Beschleunigung von Verfahren und zur Entlastung der Arbeitsabläufe. Gemeinsam mit dem Finanzministerium werde eine rechtssichere und bundesweit nutzbare Lösung geschaffen, von der auch die Steuerverwaltungserfahrungen profitierten.





