Agri-Tech-Pionier FarmInsect GmbH startet Sanierung

München/Bergkirchen, 01. April 2026 (PM) Die FarmInsect GmbH, ein technologisch führendes Unternehmen im Bereich der automatisierten Insektenzucht, hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Mit Beschluss vom 25. März 2026 hat das Amtsgericht München die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Dr. Alexander Zarzitzky von der Kanzlei Anchor zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Unmittelbar nach seiner Bestellung hat er gemeinsam mit seinem Team die Arbeit am Hauptsitz in Bergkirchen aufgenommen, um sich ein detailliertes Bild der wirtschaftlichen Lage zu verschaffen.

Der Fokus liegt derzeit auf einer umfassenden Bestandsaufnahme und der Stabilisierung der operativen Abläufe. „Wir haben unmittelbar nach unserer Aufnahme der Tätigkeit mit einer detaillierten Analyse der wirtschaftlichen Kennzahlen begonnen und führen bereits intensive Gespräche mit den wesentlichen Kunden, Lieferanten und Finanzierungspartnern, um den Geschäftsbetrieb nahtlos fortzuführen“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky. Die Belegschaft wurde bereits über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte informiert, wobei die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert sind.

Innovationsführer für dezentrale Kreislaufwirtschaft

Die im Jahr 2020 gegründete FarmInsect GmbH verfolgt die Vision, die Landwirtschaft durch regionale Kreislaufwirtschaft nachhaltiger und unabhängiger zu machen. Das Unternehmen liefert hochautomatisierte Mastanlagen für Insektenlarven der Schwarzen Soldatenfliege direkt an landwirtschaftliche Betriebe, die dort eigene organische Reststoffe als Futter nutzen. Diese Larven dienen anschließend als hochwertiges, proteinreiches Tierfutter, wodurch Sojaimporte und CO2-Emissionen massiv reduziert werden können. FarmInsect hat sich seit seiner Gründung von einem Technologie-Startup zu einer etablierten industriellen Plattform entwickelt und verfügt über mehr als fünf Jahre operative Erfahrung sowie vier aktive Farmstandorte.

Hinter dem Unternehmen steht eine namhafte Investorenbasis: Neben den Gründern um Wolfgang Westermeier beteiligten sich in der Vergangenheit namhafte VCs wie Bayern Kapital, High-Tech Gründerfonds und Sandwater sowie die Minderoo Foundation an dem Agri-Tech-Pionier. Zudem erhielt FarmInsect bedeutende öffentliche Förderungen durch die Europäische Investitionsbank (EIB) sowie den EIC Accelerator des European Innovation Council. Insgesamt flossen seit der Gründung rund 16,2 Millionen Euro an Eigenkapital und Fördermitteln in die Entwicklung der Plattform.

Finanzierungslücke bei hervorragender Auftragslage

Die aktuelle wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens ist auf das schwierige Marktumfeld durch geringe Preise für Soja und Fischmehl zurückzuführen. Auch die hohen Produktionskosten bei FarmInsect trugen zur Krisensituation bei. Das Unternehmen hatte Ende 2024 bereits eine interne Sanierung zur Kostensenkung eingeleitet und den Fokus erfolgreich auf industrielle Unit Economics verschoben. FarmInsect sah sich mit einer Verzögerung bei der Auszahlung einer vereinbarten Finanzierungstranche konfrontiert. Dadurch entstand eine vorübergehende Liquiditätslücke, die den Insolvenzantrag unumgänglich machte.

Optimistischer Ausblick auf den Investorenprozess

„Aufgrund der technologischen Reife und der validierten Marktpositionierung sind die Aussichten für die Sanierung im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses äußerst positiv. FarmInsect steht kurz davor, die Kostenparität zu herkömmlichem Fischmehl zu erreichen, und plant eine massive Expansion in den attraktiven US-Markt für Heimtier- und Geflügelfutter“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky. Erste Gespräche mit strategischen Interessenten, die einen schnellen Einstieg in den Markt für Insektenproteine suchen, wurden bereits aufgenommen. Der M&A-Prozess ist straff organisiert und sieht einen Abschluss der Transaktion bis Ende Mai  2026 vor. Verantwortlich für die Durchführung ist CENTUROS, eine führende, deutschlandweit tätige Beratungsgesellschaft mit den Schwerpunkten Sanierung, Betriebsfortführung und M&A. „Die Plattform ist bereit für den industriellen Roll-out, und wir sehen bereits jetzt ein starkes Signal potenzieller Partner, die den strategischen Wert von FarmInsect als de-riskierte Eintrittskarte in einen Zukunftsmarkt erkennen“, betont Dr. Zarzitzky. Ziel ist es, das Unternehmen unter dem Dach eines starken strategischen Partners langfristig zu stabilisieren und die Arbeitsplätze am Standort Bergkirchen zu erhalten.

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