Wolfsburg,1.4.2026 (PM) – Für die insolvente KAMEI Automotive GmbH in Wolfsburg gibt es unerwartet doch noch eine Sanierungslösung: Zum 1. April 2026 übernehmen ein leitender Angestellter und ein weiterer Partner aus dem Automobilbereich alle Mitarbeitenden sowie dasbewegliche Anlagevermögen der Gesellschaft im Rahmen einer übertragenden Sanierung. Wie Insolvenzverwalter Nikolas Otto von der Restrukturierungskanzlei BBL heute mitteilte, wird das Unternehmen künftig unter der Firmierung FB Automotive GmbH weiter Kunststoffkomponenten für Behörden- und Spezialfahrzeuge herstellen und vermarkten.
Nachdem im Verlauf des vorläufigen Insolvenzverfahren kein Investor gefunden werden konnte, hätte der Geschäftsbetrieb des Unternehmens ursprünglich Ende März eingestellt werden müssen; das Verfahren ist bereits seit dem 1. Februar dieses Jahres eröffnet.
„Wir haben den Geschäftsbetrieb bis heute in vollem Umfang fortgeführt und die Mitarbeiter haben weiter tatkräftig mitgewirkt,“ erläutert Otto. „Wir freuen uns sehr, dass mit Herrn Feuerstake jetzt ein leitender Angestellter das Ruder übernimmt, der seit Unternehmensgründung dabei ist und das volle Vertrauen aller Mitarbeitenden genießt.“
Die neue Gesellschaft hat zuletzt einen umfangreichen Produktionsauftrag der Volkswagen AG für Ladenkantenschutz sowie Schutzschalen für Gurtschlösser planmäßig abgearbeitet, es liegen aber auch schon weitere größere Serienaufträge vor.
Mehrheitseigner der KAMEI Automotive GmbH war mit einem Gesellschafteranteil von 80 Prozent die insolvente KAMEI GmbH & Co. KG, deren Geschäftsbetrieb mitsamt Markennamen bereits im April 2024 ebenfalls im Rahmen einer übertragenden Sanierung von branchenkundigen Investoren übernommen worden war. Seitdem führt die neu gegründete Auffanggesellschaft KAMEI GmbH das Geschäft der Produktion von Dachboxen fort, sie ist von der aktuellen Entwicklung in keiner Weise betroffen.
Seit April 2024 agierte die KAMEI Automotive GmbH als eigenständiges Unternehmen und erzielte 2024 mit 12 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,6 Mio. Euro. Die stark von öffentlichen Aufträgen abhängigen Umsatzerlöse waren zuletzt jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Folge waren Liquiditätsprobleme, so dass das Unternehmen im November 2025 einen Insolvenzantrag gestellt hatte.



