71-Jähriger wegen antisemitischer und rechtsextremer Podcasts angeklagt

München, 27. März 2026 (JPD) Die Generalstaatsanwaltschaft München hat Anklage gegen einen 71-jährigen Deutsch-Kanadier zur Großen Strafkammer beim Landgericht München II erhoben. Dem Mann wird Volksverhetzung (§ 130 StGB) vorgeworfen; er befindet sich seit Oktober 2025 in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen wurden unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft von der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Oberbayern Nord geführt.

Antisemitische und rechtsextreme Tatmotive im Fokus

Der Angeschuldigte soll zwischen November 2022 und Oktober 2025 in mindestens 40 Fällen auf Plattformen wie „Telegram“ Verschwörungstheorien gegen Juden verbreitet, die Ermordung von sechs Millionen Juden während der NS-Zeit geleugnet und verfassungswidrige Symbole wie Hakenkreuze veröffentlicht haben. Die Anklageschrift geht von einer gefestigten antisemitischen, rechtsextremen und fremdenfeindlichen Motivation aus. Mit seinen Videoproduktionen habe der Mann eine Anhängerschaft von teils mehreren tausend internationalen Zuschauern aus der Szene gehabt.

Die Große Strafkammer des Landgerichts München II wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. Die Unschuldsvermutung gilt weiterhin.

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