
Schleswig, 25. März 2026 (JPD) Die Verwaltungsgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein hat im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Verfahrenseingänge verzeichnet, insbesondere im Asylbereich. Nach dem veröffentlichten Geschäftsbericht stiegen die Eingänge bei Asylverfahren um knapp 50 Prozent. Insgesamt gingen beim Verwaltungsgericht 9.322 Verfahren ein, der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre und der vierte Anstieg in Folge seit 2022.
Die meisten Asylverfahren betrafen Herkunftsländer wie Afghanistan, die Türkei und Syrien. Trotz der hohen Belastung konnte das Verwaltungsgericht seine Erledigungszahlen auf über 7.200 Verfahren steigern, darunter mehr als 4.500 Asylverfahren. Auch in anderen Bereichen, etwa im Polizei- und Ordnungsrecht, nahmen die Verfahren zu. Die durchschnittliche Verfahrensdauer sank insgesamt auf knapp zehn Monate.
Steigende Eingangszahlen erhöhen Druck auf Personal und Bestände
Gleichwohl führte der starke Anstieg der Eingänge zu einem weiteren Aufbau unerledigter Verfahren. Zusätzliche Einstellungen konnten diese Entwicklung nicht vollständig kompensieren. Die Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts, Maren Thomsen, betonte, dass der eingeschlagene Personalaufbau fortgesetzt werden müsse. Für das laufende Jahr seien weitere Stellen vorgesehen, die jedoch angesichts der Entwicklung voraussichtlich nicht ausreichen werden.
Am Oberverwaltungsgericht blieben die Eingangszahlen auf hohem Niveau stabil. Gleichzeitig stiegen die Erledigungszahlen auf 1.065 Verfahren, wodurch die Bestände reduziert werden konnten. Die durchschnittliche Verfahrensdauer sank deutlich auf 14,6 Monate.
Ein Anstieg der Bearbeitungsdauer bei erstinstanzlichen Hauptsacheverfahren ist vor allem auf den Abbau älterer Verfahren zurückzuführen. Betroffen sind insbesondere Verfahren aus dem Bauplanungs- und Planfeststellungsrecht sowie immissionsschutzrechtliche Genehmigungen. Diese gelten als wirtschaftlich bedeutsam, wirken sich jedoch statistisch zunächst verlängernd auf die Verfahrensdauer aus.


