Reisebranche leidet unter Iran-Konflikt und steigenden Treibstoffkosten

München, 13. Mai 2026 (JPD) Das Geschäftsklima bei Reisebüros und Reiseveranstaltern in Deutschland hat sich im April weiter verschlechtert. Der Branchenindikator des ifo Instituts sank auf minus 43,5 Punkte nach saisonbereinigt korrigierten minus 41,8 Punkten im März. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich negativer, während sich die Erwartungen für die kommenden Monate leicht verbesserten.

Nach Angaben des ifo Instituts belastete insbesondere der Iran-Konflikt die Branche im März erheblich. Ein positives Signal seien die Ende April aufgehobenen Reisewarnungen für wichtige Transitländer im Nahen Osten gewesen. Dennoch bewertete mehr als die Hälfte der befragten Reisebüros und Reiseveranstalter die Nachfrage im April als schwach.

Steigende Energiepreise erhöhen Druck auf Reiseunternehmen

Das ifo Institut sieht weitere Risiken für die Buchungsentwicklung. Reisende könnten angesichts der unsicheren Lage im Iran-Konflikt insbesondere Buchungen für das Ende der Sommersaison 2026 sowie die Wintersaison 2026/27 zurückstellen. Zusätzlich sorgten Diskussionen über mögliche Engpässe bei Flugkerosin ab dem Sommer für Verunsicherung.

Zugleich rechnet ein wachsender Anteil der Reiseunternehmen mit steigenden Preisen. Hintergrund seien weiterhin hohe Treibstoffkosten für Flugkerosin seit der Eskalation des Konflikts Ende Februar. Auch Autofahrten in der europäischen Ferienzeit dürften teurer werden. Nach Daten des Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission lagen die Kraftstoffpreise Anfang Mai 2026 in mehreren europäischen Ländern deutlich über dem Vorjahresniveau.

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