
München, 4. Mai 2026 (JPD) Das Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im April weiter eingetrübt. Der entsprechende Indikator sank auf minus 23,8 Punkte nach minus 19,0 Punkten im März. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage leicht besser bewerteten, verschlechterten sich die Erwartungen für die kommenden Monate deutlich. Der Erwartungsindikator fiel auf minus 30,7 Punkte, nach minus 15,3 Punkten im Vormonat.
Iran-Krise belastet Geschäftserwartungen und Lieferketten
Als wesentlichen Belastungsfaktor nennt das ifo Institut die Auswirkungen der Iran-Krise. Diese verstärke die bereits angespannte Situation der Branche zusätzlich und trage zu einer steigenden wirtschaftlichen Unsicherheit bei. Unternehmen rechneten daher vermehrt mit einer schwächeren Entwicklung in den kommenden Monaten.
Zugleich zeigen sich erste Anzeichen von Materialengpässen. Im April berichteten 9,3 Prozent der Unternehmen von fehlenden Vorprodukten, nachdem dieser Anteil im März noch bei rund einem Prozent gelegen hatte. Hintergrund sind unter anderem Störungen bei der Produktion und Lieferung von Helium, das in verschiedenen Bereichen der Automobilfertigung benötigt wird, etwa bei der Chipproduktion, der Metallverarbeitung sowie bei Airbags und Batterietechnik.
Neben direkten Lieferproblemen wirken sich auch indirekte Folgen der geopolitischen Lage aus. Die gestiegene Unsicherheit bei Unternehmen und Haushalten sowie weiterhin hohe Energiepreise könnten die Nachfrage nach Neuwagen dämpfen und die wirtschaftliche Lage der Automobilindustrie zusätzlich verschärfen.





