In einem gemeinsamen Ermittlungskomplex der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt
    am Main – Eingreifreserve –, des Polizeipräsidiums Mittelhessen und des Hessischen
    Landeskriminalamts (HLKA) im Rahmen der Besondere Aufbauorganisation (BAO)
    effectus sind am 30.03.2022 wegen des Verdachts der Vorbereitung der Herbeiführung
    einer Sprengstoffexplosion und Verabredung zu einem Verbrechen drei niederländische
    Staatsangehörige durch Spezialkräfte der hessischen und nordrhein-westfälischen
    Polizei festgenommen worden.

    Bei den Beschuldigten im Alter zwischen 25 und 31 Jahren soll es sich um Angehörige
    einer niederländischen Tätergruppierung handeln, die sich auf Sprengungen von
    Geldautomaten spezialisiert hat. Sie stehen im Verdacht, die Sprengung eines Geldautomaten
    in Mittelhessen vorbereitet zu haben, um an das darin befindliche Bargeld
    zu gelangen. Die Beschuldigten sollen in der Nacht vom 29.03.2022 auf den
    30.03.2022 mit einem hochmotorisierten Fahrzeug aus den Niederlanden nach
    Deutschland eingereist sein. In dem Fahrzeug der Beschuldigten befanden sich zwei
    Sprengvorrichtungen und Sprengwerkzeug. Aufgrund eines Hinweises der niederländischen
    Polizei konnten die Beschuldigten noch vor der Sprengung eines Geldautomaten
    durch Spezialkräfte im Raum Bad Nauheim festgenommen werden.

    Nach der Festnahme der Beschuldigten wurden die sichergestellten Sprengsätze vor
    Ort durch Sprengtechniker der Polizei Rheinland-Pfalz kontrolliert gesprengt und damit
    unschädlich gemacht.

    Die Beschuldigten wurden am 31.03.2022 dem Haftrichter am Amtsgericht Friedberg
    (Hessen) vorgeführt, der gegen sie Untersuchungshaft angeordnet hat.

    Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Hessische Landeskriminalamt
    (HLKA) danken den beteiligten Einsatzkräften der Polizeipräsidien Dortmund
    und Köln sowie Mittelhessen (Polizeidirektion Wetterau), des Landeskriminalamts
    Rheinland-Pfalz sowie der Staatsanwaltschaft Midden-Nederland und der Kriminalpolizei
    Utrecht für die hervorragende Zusammenarbeit, die zu der Festnahme der Beschuldigten
    geführt hat.

    Weitere Hintergrundinformationen zum Kriminalitätsphänomen
    Im Jahr 2021 ist die Anzahl der Geldautomatensprengungen in Hessen gestiegen. Es wurden 56 Geldautomatensprengungen statistisch erfasst, in jedenfalls 27 Fällen konnten Täter an das Bargeld in den Automaten gelangen.
    Demgegenüber wurden im Jahr 2020 30 Fälle festgestellt, wobei es in 24 Fällen bei einem
    Versuch blieb.
    Die Sprengungen von Geldautomaten haben in Hessen im Jahr 2021 zu einem Sachschaden
    von insgesamt ca. 2,6 Mio. Euro geführt. Die Täter entwendeten aus den gesprengten Geldautomaten
    Bargeld in Höhe von über 2,5 Mio. Euro. Im Jahr 2022 kam es in Hessen bislang zu 8 Sprengungen von
    Geldautomaten.

    Quelle: Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Pressemitteilung vom 1. April 2022

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