Generalbundesanwalt lässt bundesweit Objekte bei rechtsextremen Gruppen durchsuchen

Karlsruhe, 6. Mai 2026 (JPD) Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch umfangreiche Durchsuchungen gegen mutmaßliche Mitglieder rechtsextremistischer Gruppierungen angeordnet. Auf Grundlage von Beschlüssen des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof wurden rund 50 Objekte in zwölf Bundesländern durchsucht. Die Maßnahmen richten sich gegen insgesamt 36 Beschuldigte und werden von mehr als 600 Einsatzkräften von Bund und Ländern unterstützt.

Den Beschuldigten wird die Mitgliedschaft in kriminellen Vereinigungen nach § 129 StGB vorgeworfen, teilweise auch Rädelsführerschaft. Ein Teil der Tatverdächtigen soll zur Tatzeit als Jugendliche oder Heranwachsende gehandelt haben. Gegen acht Beschuldigte wird zudem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Verdacht auf bundesweit organisierte rechtsextreme Netzwerke

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen die Beschuldigten führende Mitglieder der Gruppierungen „Jung & Stark“ sowie „Deutsche Jugend Voran“, die auch unter der Bezeichnung „Neue Deutsche Welle“ auftritt, sein. Die seit spätestens Mitte 2024 bestehenden Vereinigungen sind bundesweit organisiert und verfügen über regionale Strukturen. Die Vernetzung erfolgt über soziale Medien und persönliche Treffen.

Den Ermittlungen zufolge wurde innerhalb der Gruppen zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen Personen aufgerufen, die als pädophil angesehen wurden. In mehreren Fällen sollen Beschuldigte entsprechende Angriffe auf Angehörige der linken Szene oder andere Zielpersonen verübt haben. Die Opfer wurden demnach von mehreren Tätern gemeinschaftlich angegriffen und teils erheblich verletzt.

Festnahmen erfolgten bislang nicht. Die Durchsuchungen dienen nach Angaben der Ermittlungsbehörden der weiteren Aufklärung des Sachverhalts und der Sicherung von Beweismitteln.

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