Großrazzia bei Schwerin: Ermittlungen zum Goldschatz von Manching ausgeweitet

München, 4. Mai 2026 (JPD) Die Ermittlungen zum Diebstahl des sogenannten Goldschatzes von Manching dauern weiter an. Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) durchsucht derzeit ein Wohnanwesen in der Nähe von Schwerin, das dem nicht rechtskräftig zu elf Jahren Haft verurteilten mutmaßlichen Haupttäter sowie seiner Lebensgefährtin zugeordnet wird. Grundlage sind neue Erkenntnisse in einem gesonderten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der besonders schweren Geldwäsche unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt.

Der Fall betrifft den Diebstahl eines der größten keltischen Goldfunde des 20. Jahrhunderts aus dem Kelten Römer Museum Manching im November 2022. Nach früheren Festnahmen wurden Teile der Beute sichergestellt, darunter rund 500 Gramm Goldmünzen. Nach Angaben der Ermittler fehlen weiterhin 411 Münzen sowie ein Goldgusskuchen mit insgesamt etwa drei Kilogramm Gold.

Geldwäscheverdacht und internationale Unterstützung bei der Spurensuche

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, einen Teil der Beute eingeschmolzen und so deren Herkunft verschleiert zu haben. Weitere Goldmünzen sollen demnach weiterhin verborgen gehalten worden sein, um sie später zu veräußern oder dem Zugriff der Behörden zu entziehen. Auch der Lebensgefährtin wird vorgeworfen, von den Taten gewusst und Bargeld kriminellen Ursprungs entgegengenommen sowie bei einer möglichen Verwertung des Goldes unterstützt zu haben.

Die aktuellen Durchsuchungen erfolgen unter Einsatz umfangreicher technischer Mittel. Das Anwesen wird mit Röntgen- und Radartechnik untersucht, zudem kommen Bodenradar, Bauplanabgleiche sowie spezialisierte Suchmethoden zum Einsatz. Unterstützt wird das BLKA dabei unter anderem von der Tatortgruppe des Bundeskriminalamts sowie einer von der OSZE geleiteten internationalen Taskforce zur Bekämpfung von Kulturgutkriminalität.

An dem Einsatz sind neben bayerischen und bundesweiten Behörden auch internationale Partner beteiligt, darunter Polizeieinheiten aus Kanada, Experten aus Großbritannien und den USA sowie Fachstellen aus Ungarn und dem europäischen Denkmalschutzbereich. Ergänzt wird der Einsatz durch spezialisierte Spürhunde, darunter Gold- und Banknotenspürhunde.

Die Ermittler gehen weiterhin davon aus, dass sich Teile des entwendeten Goldes sowie mutmaßlich weiteres Bargeld aus früheren Taten noch im Umfeld des Beschuldigten befinden. Die Suche nach dem Goldschatz von Manching wird nach Angaben der Behörden mit hoher Priorität fortgesetzt.

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