
München, 5. Mai 2026 (JPD) Der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt der Bundesregierung wird nach Angaben des ifo Institut bislang nur teilweise an Verbraucher weitergegeben. Nach Auswertung des sogenannten Tankrabatt-Trackers wurden in den ersten drei Tagen bei Diesel durchschnittlich 4 von 17 Cent Steuersenkung je Liter weitergereicht. Bei Superbenzin lag die Weitergabe mit durchschnittlich 12 Cent höher, blieb jedoch ebenfalls unter dem nominalen Entlastungsbetrag.
Als mögliche Ursache für die geringere Weitergabe beim Diesel verweist das Institut auf Importeffekte. Demnach könnten an den ersten Tagen noch Kraftstoffmengen verkauft worden sein, die vor Inkrafttreten der Steuerentlastung beschafft wurden. Eine abschließende Bewertung sei daher erst nach weiterer Preisbeobachtung möglich.
Kritik an Zielgenauigkeit und Lenkungswirkung des Tankrabatts
Nach Einschätzung der ifo-Forscher setzt die Maßnahme zudem ökonomisch problematische Anreize. Die kurzfristige Senkung der Kraftstoffpreise trage angesichts eines knappen Angebots nicht dazu bei, den Verbrauch zu reduzieren. Zudem sei die Entlastungswirkung sozial unausgewogen, da Haushalte mit höherem Einkommen aufgrund höherer Ausgaben für Kraftstoff stärker profitieren.
Der Tankrabatt-Tracker soll nach Angaben des Instituts Transparenz über die tatsächliche Weitergabe der Steuerentlastung schaffen. Grundlage ist ein Vergleich der Kraftstoffpreise in Deutschland und Frankreich vor und nach dem 1. Mai anhand eines wissenschaftlichen Modells. Die Daten werden werktäglich aktualisiert und sollen Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Umfang die Maßnahme ihr politisches Ziel erreicht.






