LG Berlin I verhängt lebenslange Freiheitsstrafe nach tödlicher Messerattacke im Körnerpark

Berlin, 22. April 2026 (JPD) Das Landgericht Berlin I hat einen 24-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die 22. Große Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der Mann im Juni 2025 im Körnerpark in Berlin-Neukölln einen 28-jährigen Landsmann tödlich mit einem Messer verletzte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Tödliche Eskalation nach Streit in sozialen Medien

Nach den Feststellungen des Gerichts war der Tat eine Auseinandersetzung über gegenseitige Beleidigungen auf der Plattform TikTok vorausgegangen. Im Verlauf des Treffens im Körnerpark zog der Angeklagte ein Jagdmesser und bedrohte das spätere Opfer, das daraufhin floh. Der Angeklagte verfolgte den Mann und fügte ihm in der Nähe eines Brunnens mehrere schwere Stichverletzungen zu. Der Geschädigte erlag noch am selben Abend trotz notfallmedizinischer Versorgung seinen Verletzungen.

Die Kammer bewertete die Tat als Mord aus niedrigen Beweggründen. Der Angeklagte habe aus einem übersteigerten Ehrgefühl heraus gehandelt und sich für die zuvor geäußerten Beleidigungen rächen wollen. Das Geschehen stelle einen Akt der Selbstjustiz dar, der durch digitale Konflikte ausgelöst worden sei. Nach Auffassung des Gerichts sei die tödliche Eskalation Ausdruck eines völlig unangemessenen Rachemotivs gewesen.

Der Angeklagte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Gegen das Urteil ist die Revision zum Bundesgerichtshof möglich (Az.: 5 22 Ks 9/25).

Markiert:
Cookie Consent mit Real Cookie Banner