Wasserburg am Inn, 17. April 2026 (JPD) Die Wilhelm Gronbach GmbH hat beim zuständigen Amtsgericht die Fortsetzung ihrer bereits eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Rosenheim hat dem Antrag stattgegeben und Rechtsanwalt Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Sachwalter bestellt, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleitet. Ziel ist die strukturierte Fortsetzung der Restrukturierung unter gerichtlicher Aufsicht.
Eigenverwaltung als Rahmen der Sanierung der Gronbach GmbH
Die Geschäftsführung am Standort Wasserburg bleibt im Verfahren voll handlungsfähig und wird im Rahmen der Eigenverwaltung durch die Sanierungsexperten Markus Fauser und Johannes Chrocziel von der Kanzlei Anchor unterstützt, die als (Sanierungs-)Geschäftsführer tätig sind. Der Geschäftsbetrieb wird an allen Standorten unverändert fortgeführt. Xaver Auer erklärte, die begonnenen Anpassungsmaßnahmen würden unter rechtlicher Sicherheit konsequent zu Ende geführt. Auch die Sanierungsexperten betonten die Fortsetzung des Restrukturierungskurses zur Stabilisierung des Unternehmens in Wasserburg.
Die Löhne und Gehälter der rund 180 Beschäftigten am Standort Wasserburg sind für die Monate April bis Juni über das Insolvenzgeld abgesichert. Der Sachwalter Volker Böhm kündigte eine konstruktive Begleitung des Verfahrens an und sieht in der Eigenverwaltung eine tragfähige Grundlage für die Neuausrichtung. Die internationalen Standorte der Gronbach-Gruppe in Österreich, Italien und der Slowakei sind vom Verfahren nicht betroffen und wirtschaftlich sowie organisatorisch eigenständig.
Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen die seit Ende 2022 anhaltende konjunkturelle Abschwächung in der Branche sowie eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden. Zusätzlich hätten Volumenreduzierungen und der Abzug von Kernprodukten bei Großkunden im vierten Quartal 2025 die Lage verschärft und kurzfristige Kapazitätsanpassungen erfordert. Auch gestiegene Beschaffungs- und Lohnkosten konnten nach Unternehmensangaben im Wettbewerbsdruck nicht vollständig weitergegeben werden, was die Ertragslage erheblich belastete.
In den kommenden Wochen soll die Sanierung gemeinsam mit den Experten von Anchor weiter vorangetrieben werden. Ziel sei eine nachhaltige Neuausrichtung des Unternehmens am Standort Wasserburg, so die Geschäftsführung. Die rechtliche Begleitung des Insolvenzantrags erfolgte durch Dr. Hendrik Boss, Partner der Kanzlei Taylor Wessing.
Die Gronbach-Gruppe wurde 1964 gegründet und ist ein internationaler Zulieferer für die Hausgeräte-, Automotive- und Medizintechnikindustrie mit insgesamt rund 700 Beschäftigten. Der Standort Wasserburg konzentriert sich auf die Fertigung von Komponenten und Gebläsesystemen für internationale Marken. Anchor unterstützt Unternehmen bundesweit als Restrukturierungs- und Sanierungseinheit mit rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Expertise in Eigenverwaltungsverfahren.






