
München, 10. März 2026 (JPD) Die Nachfrage nach gewerblichen Schutzrechten in Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA) erhöhte sich die Zahl der Patentanmeldungen gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent auf 62.050. Besonders stark legten Markenanmeldungen mit einem Plus von 19,8 Prozent auf 96.328 zu, während Gebrauchsmuster um 19,3 Prozent auf 11.427 Anmeldungen stiegen. Auch die Zahl der Designanmeldungen nahm um 5,9 Prozent auf 4.183 zu.
Der Zuwachs bei Patenten wurde vor allem von inländischen Anmeldern getragen. Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie freie Erfinder aus Deutschland reichten 42.349 Anmeldungen ein, ein Anstieg um 5,6 Prozent. Aus dem Ausland kamen 19.701 Anmeldungen, was einem Plus von 2,8 Prozent entspricht. DPMA-Präsidentin Eva Schewior betonte die wirtschaftliche Bedeutung von Schutzrechten für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.
Digitalisierung und Elektromobilität treiben Patentanmeldungen
Nach Technologiebereichen blieb der Maschinenbau mit 24.338 Patentanmeldungen der stärkste Sektor. Deutlich stärker wuchs jedoch die Elektrotechnik, deren Anmeldungen um 9,1 Prozent auf 19.436 zunahmen. Besonders dynamisch entwickelten sich Digitaltechnologien, darunter Computertechnik sowie digitale Kommunikation etwa für Mobilfunkstandards wie 5G und 6G.
Zuwächse gab es auch bei datenbasierten Verfahren zur Steuerung betrieblicher Abläufe sowie bei Technologien rund um Elektromobilität und Batterien. Die Automobilindustrie blieb insgesamt die anmeldestärkste Branche beim DPMA. Unter den zehn größten Patentanmeldern befanden sich ausschließlich Automobilhersteller und Zulieferer, angeführt von der Robert Bosch GmbH, der Mercedes-Benz Group AG und der Bayerische Motoren Werke AG.
Regional lag bei den Patentanmeldungen erneut Baden-Württemberg vor Bayern und Nordrhein-Westfalen. Bezogen auf die Bevölkerungszahl weist Baden-Württemberg ebenfalls die höchste Patentdichte auf.
Im Markenbereich stieg die Nachfrage besonders stark aus dem Ausland. Auffällig war ein deutlicher Zuwachs von Anmeldungen aus der Volksrepublik China, die sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdreifachten. Auch aus den Vereinigten Staaten gingen deutlich mehr Anmeldungen ein.
Das DPMA erhöhte zugleich seine Bearbeitungsleistung. Die Patentprüfer schlossen 45.839 Prüfungsverfahren ab und erteilten 24.475 Patente, was einer Erteilungsquote von 53,4 Prozent entspricht. Im Markenbereich wurden 82.542 Verfahren abgeschlossen, davon 55.863 mit Eintragung in das Register.
Auch finanziell verzeichnete die Behörde steigende Einnahmen. Die Gebühreneinnahmen beliefen sich 2025 auf 531,9 Millionen Euro, während die Ausgaben bei 299,3 Millionen Euro lagen. Daraus ergab sich ein Überschuss von 232,6 Millionen Euro zugunsten des Bundeshaushalts.




