Deutschland importiert 2025 nur 6,1 Prozent Rohöl aus dem Nahen Osten

Wiesbaden, 9. März 2026 (JPD) Deutschland hat im Jahr 2025 rund 6,1 Prozent seines importierten Rohöls aus Staaten des Nahen Ostens bezogen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt wurden 75,7 Millionen Tonnen Rohöl nach Deutschland eingeführt, davon 4,6 Millionen Tonnen aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Israel. Andere Staaten der Region wie Oman, Katar, Kuwait oder Iran lieferten kein Rohöl nach Deutschland.

Im Vergleich zu 2020 nahm der Anteil der Lieferungen aus dieser Region leicht zu. Damals stammten 4,4 Prozent der Rohölimporte aus den genannten Ländern des Nahen Ostens. Insgesamt lag die Importmenge im Jahr 2020 jedoch höher und betrug 84,7 Millionen Tonnen.

EU importiert 13 Prozent ihres Rohöls aus dem Nahen Osten

Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierten 2025 laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat insgesamt 429,3 Millionen Tonnen Rohöl. Davon entfielen 55,9 Millionen Tonnen beziehungsweise 13,0 Prozent auf Lieferungen aus dem Nahen Osten. Wichtigste Lieferländer der EU waren Saudi-Arabien mit einem Anteil von 6,9 Prozent sowie der Irak mit 5,9 Prozent der gesamten Rohölimporte.

Für Deutschland bleibt Norwegen der bedeutendste Lieferant. 2025 kamen 16,6 Prozent der Rohölimporte beziehungsweise 12,5 Millionen Tonnen aus dem skandinavischen Staat. Dahinter folgten die Vereinigten Staaten mit 16,4 Prozent und Libyen mit 13,8 Prozent der Einfuhren.

Der wichtigste Lieferant aus dem Nahen Osten war der Irak. Mit 3,1 Millionen Tonnen deckte das Land 4,2 Prozent der deutschen Rohölimporte und belegte damit Rang sieben der wichtigsten Lieferstaaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate kamen auf 1,1 Prozent, Saudi-Arabien auf 0,8 Prozent. Insbesondere Saudi-Arabien hat dabei in den vergangenen Jahrzehnten deutlich an Bedeutung verloren: 2020 lag sein Anteil noch bei 2,3 Prozent.

Die Nachfrage nach Rohöl in Deutschland ist langfristig deutlich gesunken. Im Jahr 2025 wurden Rohölimporte im Umfang von 75,7 Millionen Tonnen zu einem durchschnittlichen Preis von 477 Euro pro Tonne registriert. Das entspricht einem Rückgang von 10,6 Prozent gegenüber 2020. Im Vergleich zu 2005 lagen die Einfuhren sogar um 33,9 Prozent niedriger.

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