
Wiesbaden, 6. März 2026 (JPD) Die Stromerzeugung in Deutschland ist 2025 leicht gestiegen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 438,2 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert und in das Netz eingespeist, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Erneuerbare Energien stellten mit 58,6 Prozent weiterhin den größten Anteil an der inländischen Stromerzeugung, allerdings etwas weniger als 2024 mit 59,5 Prozent. Die absolute Strommenge aus erneuerbaren Quellen blieb mit 256,9 Milliarden Kilowattstunden nahezu unverändert. Dagegen nahm die Stromproduktion aus konventionellen Energieträgern um 3,6 Prozent auf 181,3 Milliarden Kilowattstunden zu.
Photovoltaik erreicht Rekord – Windkraft bleibt wichtigste Energiequelle
Die Windkraft blieb trotz eines Rückgangs um 3,6 Prozent auf 131,3 Milliarden Kilowattstunden wichtigste Energiequelle im deutschen Strommix. Ihr Anteil an der Gesamtproduktion sank von 31,5 auf 30,0 Prozent. Deutlich zulegen konnte dagegen die Photovoltaik: Die Einspeisung aus Solarstrom stieg um 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden. Damit erreichten sowohl Produktionsmenge als auch Anteil von 16,0 Prozent neue Höchstwerte seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018.
Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging hingegen deutlich zurück. Sie sank um 22,5 Prozent auf 15,8 Milliarden Kilowattstunden und machte damit 3,6 Prozent der gesamten Stromproduktion aus.
Mehr Strom aus Erdgas – Bedeutung der Kohle nahezu stabil
Bei den konventionellen Energieträgern blieb Kohle weiterhin eine zentrale Stromquelle. Die Einspeisung sank zwar leicht um 0,5 Prozent auf 96,8 Milliarden Kilowattstunden, der Anteil lag jedoch weiterhin bei 22,1 Prozent. Deutlich stärker legte Erdgas zu: Die Stromproduktion aus Gas stieg um 10,2 Prozent auf 70,6 Milliarden Kilowattstunden. Mit einem Anteil von 16,1 Prozent erreichte auch dieser Energieträger einen neuen Höchstwert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2018.
Nach dem starken Rückgang infolge der Energiekrise 2022 nimmt die Bedeutung von Erdgas damit wieder zu. Damals war der Anteil auf 11,5 Prozent gefallen, bevor er in den folgenden Jahren wieder anstieg.
Stromimporte bleiben höher als Exporte
Deutschland importierte 2025 insgesamt 79,6 Milliarden Kilowattstunden Strom und damit 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Stromexporte um 8,7 Prozent auf 60,2 Milliarden Kilowattstunden. Dennoch blieb Deutschland im dritten Jahr in Folge Nettoimporteur von Strom. Der Importüberschuss verringerte sich jedoch deutlich um 26,2 Prozent auf 19,4 Milliarden Kilowattstunden.
Langfristig zeigt sich ein struktureller Wandel im Strommix. Während bis 2022 überwiegend konventionelle Energieträger dominierten, übersteigt seit 2023 die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen die aus fossilen Energieträgern. Gleichzeitig liegt die inländische Stromproduktion weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2018, als noch 566,8 Milliarden Kilowattstunden erzeugt worden waren.



