Kriminalität im Saarland bleibt stabil – Aufklärungsquote erreicht Neunjahreshoch

Saarbrücken, 27. März 2026 (JPD) Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 weist für das Saarland eine weitgehend stabile Sicherheitslage aus. Mit 66.372 registrierten Straftaten bewegt sich das Niveau nahezu auf Vorjahreshöhe. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 62,3 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit neun Jahren. Insgesamt wurden 41.326 Fälle aufgeklärt, die Zahl der Tatverdächtigen erhöhte sich moderat auf 29.493.

Differenzierte Kriminalitätsentwicklung und steigende Aufklärungsquote

Die Entwicklung der Kriminalität zeigt ein uneinheitliches Bild. Zuwächse verzeichneten unter anderem Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (+1,2 Prozent), Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung (+4,4 Prozent) sowie Fälle häuslicher Gewalt (+2,6 Prozent). Deutlich gestiegen sind zudem Wohnungseinbruchsdiebstähle (+38,1 Prozent), Cybercrime (+14,5 Prozent) und Jugendkriminalität (+7,3 Prozent). Rückläufig waren hingegen Vermögens- und Fälschungsdelikte (-8,5 Prozent), insbesondere Betrugsstraftaten (-17,1 Prozent).

Bei Straftaten gegen Einsatzkräfte sank die Zahl der betroffenen Vollstreckungsbeamten leicht (-2,6 Prozent), während Widerstandsdelikte (+5,1 Prozent) und tätliche Angriffe (+16,7 Prozent) zunahmen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Straftaten gegen Personen des politischen Lebens deutlich (+179,5 Prozent), ebenso Delikte gegen das Leben (+25,6 Prozent). Die politisch motivierte Kriminalität nahm insgesamt um 3,4 Prozent zu, wobei insbesondere Hasskriminalität im digitalen Raum an Bedeutung gewinnt.

Positiv entwickelte sich die Kriminalität zum Nachteil älterer Menschen, deren Fallzahlen seit 2022 rückläufig sind. Auch die Messerkriminalität ging zurück, was die Behörden auf Maßnahmen wie Waffenverbotszonen und verstärkte Kontrollen zurückführen. Seit Februar 2025 wurden in entsprechenden Zonen mehr als 1.200 Personen überprüft.

Nach Angaben des Innenministeriums spiegeln die Zahlen sowohl eine stabile Sicherheitslage als auch neue kriminalpolitische Herausforderungen wider. Die gestiegene Aufklärungsquote wird auf verstärkte Ermittlungsarbeit sowie Investitionen in Personal, Ausstattung und Digitalisierung zurückgeführt.

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