16.576 Ausreisen: Freiwillige Rückkehr legt um 60 Prozent zu

Nürnberg, 2. Februar 2026 (JPD) – Die Zahl der freiwilligen Ausreisen aus Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kehrten über das humanitäre Rückkehrförderprogramm REAG/GARP insgesamt 16.576 Menschen in ihr Herkunftsland oder in einen aufnahmebereiten Drittstaat zurück. Im Vorjahr waren es 10.358 Personen. Damit verzeichnet das BAMF einen Anstieg um rund 60 Prozent.

Die meisten freiwilligen Rückkehrenden reisten 2025 in die Türkei, nach Syrien, in die Russische Föderation, nach Georgien und in den Irak aus. Nach Darstellung der Behörde spiegeln diese Zielstaaten in weiten Teilen das aktuelle Migrationsgeschehen in Deutschland wider. Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 31. Dezember 2025; nachträgliche Erfassungen können noch zu Anpassungen führen.

REAG/GARP als zentrales Instrument der Rückkehrpolitik

Nach Einschätzung des BAMF ist die Förderung der freiwilligen Rückkehr ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Migrationspolitik. Ziel sei es, Rückkehrenden eine nachhaltige Perspektive in ihren Herkunftsländern zu ermöglichen. Das seit mehr als vier Jahrzehnten bestehende Programm REAG/GARP unterstützt mittellose Personen bei der Organisation und Finanzierung ihrer Ausreise. Dazu gehören die Übernahme der Reisekosten, die Ausreiseorganisation sowie Reisebeihilfen, Starthilfen und bei Bedarf medizinische Unterstützung.

Über die reine Ausreiseförderung hinaus erhalten Rückkehrende Reintegrationsleistungen. Über das von Frontex implementierte und vom BAMF umgesetzte European Reintegration Programme (EURP) wurden im Jahr 2025 insgesamt 9.708 Personen individuell unterstützt. Die Hilfen können bis zu zwölf Monate nach der Rückkehr andauern und umfassen unter anderem psychosoziale Beratung, Unterstützung bei der Wohnungssuche sowie Beratung zu Arbeitsmöglichkeiten.

REAG besteht seit 1979 und wurde 1989 um die Reintegrationskomponente GARP ergänzt. Es gilt als das älteste Programm für freiwillige Rückkehr in Europa. Nach Angaben des BAMF wurden bislang mehr als 700.000 freiwillige Ausreisen in über 100 Länder gefördert. Seit 2024 liegt die Umsetzung des Programms beim BAMF, nachdem zuvor die Internationale Organisation für Migration zuständig war. Finanziert wird REAG/GARP gemeinsam von Bund und Ländern.

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