Magdeburg, 5. Januar 2026 (JPD) – Das Land Sachsen-Anhalt setzt den Ausbau des Projekts „Schülergerichte“ fort und plant für 2026 einen weiteren Standort in Bitterfeld-Wolfen. Wie das Justizministerium mitteilte, wird die entsprechende Förderung derzeit vorbereitet. Ziel des landesweiten Projekts ist es, Jugendlichen in einem pädagogisch begleiteten Rahmen Verantwortung zu übertragen und sie an rechtsstaatliche Verfahren heranzuführen.

Präventionsprojekt wächst landesweit weiter

Schülergerichte befassen sich mit leichteren Delikten von Gleichaltrigen, darunter Eigentums- und Ehrdelikte oder einfache Körperverletzungen. Die Verfahren werden von speziell geschulten Jugendlichen getragen und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen durchgeführt. Nach Angaben des Justizministeriums soll der neue Standort das bestehende Netzwerk ergänzen und den Zugang zu dem Angebot insbesondere in der Region Anhalt-Bitterfeld erweitern.

Bereits im Jahr 2025 wurden die organisatorischen Strukturen des Projekts ausgebaut. Unter Federführung des Justizministeriums wurden zusätzliche freie Träger eingebunden und Fördermittel in Höhe von mehr als 120.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds ESF Plus bereitgestellt. Neue Schülergerichte nahmen in Halle (Saale), Gardelegen, Sangerhausen und Naumburg (Saale) ihre Arbeit auf, kurz vor dem Jahreswechsel kam ein weiterer Standort in Salzwedel hinzu.

Koordination und Ausbildung durch Landesverband

Die Koordination der Ausweitung sowie die Ausbildung der beteiligten Schülerinnen und Schüler liegen beim Landesverband für Kriminalprävention und Resozialisierung Sachsen-Anhalt e. V. Nach Angaben der Koordinierungsstelle werden derzeit Schulen informiert und Jugendliche für eine ehrenamtliche Mitarbeit gewonnen. Parallel dazu sind Abstimmungen mit den zuständigen Staatsanwaltschaften vorgesehen, um feste Verfahrensabläufe sicherzustellen. Die Ausbildung neuer Schülergruppen soll beginnen, sobald ausreichend Teilnehmende angemeldet sind.

Das erste Schülergericht in Sachsen-Anhalt wurde im Jahr 2007 vom Anti-Gewalt-Zentrum Harz e. V. gegründet. Seitdem wurden dort mehrere Hundert Verfahren bearbeitet. Das Modell gilt im Land weiterhin als Referenz für die Arbeit weiterer Schülergremien. Für die neuen Standorte in Salzwedel und Bitterfeld-Wolfen sind nach Angaben des Justizministeriums offizielle Bescheidübergaben vorgesehen.

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