
Bremen, 7. April 2026 (JPD) Die Verwaltungsgerichtsbarkeit in Bremen hat im Jahr 2025 eine Rekordbelastung verzeichnet und zugleich die Verfahrenslaufzeiten deutlich verkürzt. Wie der Präsident des Oberverwaltungsgerichts, Prof. Peter Sperlich, im Jahresbericht mitteilte, erreichte das Verwaltungsgericht mit 4.071 Neueingängen den höchsten Stand seit 1994. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um mehr als 30 Prozent.
Der Zuwachs ist unter anderem auf erneut gestiegene Asylverfahren zurückzuführen. Hinzu kamen zahlreiche Klagen von Unternehmen gegen die Ausbildungsplatzabgabe sowie eine erhöhte Zahl besoldungsrechtlicher Streitigkeiten. Der Anstieg in den allgemeinen Verfahren wird jedoch als voraussichtlich temporär eingeschätzt.
Sinkende Verfahrenslaufzeiten trotz hoher Eingangsbelastung
Trotz der gestiegenen Belastung konnten die Gerichte die Dauer der Verfahren spürbar reduzieren. Am Verwaltungsgericht sank die durchschnittliche Laufzeit von Hauptsacheverfahren auf 10,7 Monate und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 2018. Am Oberverwaltungsgericht betrug die durchschnittliche Verfahrensdauer 8,1 Monate.
Die Zahl der erledigten Verfahren blieb in beiden Instanzen auf konstant hohem Niveau. Während das Oberverwaltungsgericht seine Bestände leicht abbauen konnte, stieg die Zahl anhängiger Verfahren beim Verwaltungsgericht aufgrund der hohen Eingänge auf rund 3.000 an. Auch die Belastung pro Richterarbeitskraft nahm damit deutlich zu.
Ob die Gerichte die Verfahrenslaufzeiten dauerhaft unter einem Jahr halten können, hängt laut Bericht von der weiteren Entwicklung der Eingänge sowie von kurzfristigen Personalverstärkungen ab. Der Jahresbericht ist online abrufbar.


