
Berlin, 4. März 2026 (JPD) Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Verfahren verzeichnet. Wie Präsident Joachim Buchheister beim Jahrespressegespräch mitteilte, stiegen die Eingänge im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent. Treiber sei nicht der Asylbereich gewesen, dessen Zahlen weitgehend konstant blieben, sondern eine Zunahme klassischer Materien wie Aufenthalts-, Abgaben-, Beamten-, Bau- und Umweltrecht. Zugleich erreichte die Zahl der erledigten Verfahren einen neuen Höchstwert.
Auch bei den Verwaltungsgerichten Berlin, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam blieb die Belastung hoch. Nach einem deutlichen Anstieg im Vorjahr nahmen die Eingänge insbesondere in asylrechtlichen Streitigkeiten teils weiter zu, etwa in Berlin und Frankfurt (Oder), teils stabilisierten sie sich auf hohem Niveau.
GEAS-Reform und Folgen für das Asylverfahren
Mit Blick auf die zur Jahresmitte in Kraft tretende Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) verwies Buchheister auf erhebliche Änderungen im Rechtsschutzsystem. Ob Verfahren dadurch schneller abgeschlossen werden könnten, sei offen. Zunächst sei mit neuen Rechtsfragen und einer möglichen Zunahme von Eilanträgen zu rechnen.
Die im GEAS-Anpassungsgesetz angestrebte Verfahrensdauer von sechs Monaten ab Klageerhebung bis zur Entscheidung erscheine mit den vorhandenen Kapazitäten derzeit kaum realistisch. Einzelheiten zur Geschäftsentwicklung enthält der Geschäftsbericht 2025 des Oberverwaltungsgerichts, der auch einen Ausblick auf 2026 anstehende Entscheidungen gibt.


