
Hamburg, 12. Februar 2026 (JPD) – Die Kriminalität in Hamburg ist im Jahr 2025 erneut zurückgegangen. Laut der heute vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sanken die registrierten Straftaten um fünf Prozent auf 213.596 Fälle. Auch die Gewaltkriminalität ging spürbar zurück, während die Aufklärungsquote mit 49,1 Prozent den höchsten Wert seit 28 Jahren erreichte.
Rückgang in allen Bezirken – Gewaltkriminalität sinkt deutlich
Der Rückgang der Straftaten zeigt sich in allen sieben Hamburger Bezirken. Besonders stark war der Rückgang in Harburg (-9,3 Prozent), Mitte (-6,6 Prozent) und Altona (-6,5 Prozent). Die Zahl der Diebstähle und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sank, während Delikte wie Computerbetrug durch unbare Zahlungsmittel zunahmen. Die Gewaltkriminalität verringerte sich insgesamt um 5,4 Prozent auf 8.514 Fälle. Besonders die gefährlichen und schweren Körperverletzungen gingen zurück, ebenso wie Raubdelikte. Schwerpunkte bleiben St. Pauli und St. Georg, wo häufig Tatverdächtige unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen.
Die Anzahl der Tötungsdelikte blieb mit 17 vollendeten und 49 versuchten Mord- und Totschlagsfällen auf dem Durchschnitt der letzten 25 Jahre. Die Zahl der Straftaten unter Einsatz von Messern sank um 34,6 Prozent, bei Schusswaffen um 12 Prozent. Diese Rückgänge spiegeln unter anderem die Einführung eines Waffenverbots im öffentlichen Raum und im ÖPNV ab Dezember 2024 wider.
Eigentumsdelikte und Betrugsfälle rückläufig
Auch Eigentumsdelikte wie Wohnungseinbrüche, Taschendiebstahl, Fahrraddiebstahl und Kfz-Diebstähle gingen deutlich zurück. Besonders die Ermittlungsgruppe Panthera konnte durch gezielte Maßnahmen gegen professionelle Autodiebe Erfolge erzielen. Betrugsdelikte sanken um 6,3 Prozent, wobei ein Anstieg bei Callcenter-Betrug im Ausland auf veränderte Erfassungspraktiken zurückzuführen ist.
Sexual- und Partnerschaftsgewalt im Fokus
Die Zahl der registrierten Sexualstraftaten sank leicht um fünf Prozent, während Vergewaltigungen um 11,9 Prozent zunahmen. Bei mehr als 80 Prozent der 319 Fälle bestanden bereits Vorbeziehungen zwischen Opfern und Tätern, ein Drittel der Tatverdächtigen stammt aus dem familiären Umfeld. Die Polizei weist auf die Möglichkeit vertraulicher Spurensicherung hin und ruft zu Anzeigen sexualisierter Gewalt auf, um Dunkelfeldfälle sichtbar zu machen.
Der illegale Handel mit Cannabis bleibt trotz Teillegalisierung 2024 hoch. Von den erfassten Konsumdelikten entfällt ein Großteil auf den illegalen Handel, während der private Anbau den Bedarf der Konsumenten nicht deckt.
Innensenator Andy Grote betonte, dass die rückläufigen Kriminalitätszahlen das Sicherheitsgefühl stärken. Gleichzeitig mahnte er, dass Partnerschaftsgewalt und Vergewaltigungen weiterhin ein kritisches Problem darstellen. Polizeipräsident Falk Schnabel lobte die Aufklärungsquote und die professionelle Arbeit der Einsatzkräfte, die den Rückgang der Kriminalität maßgeblich mitgetragen hätten






