Irankrieg belastet Konjunktur: IW erwartet nur schwaches Wachstum

Köln, 7. Mai 2026 (JPD) Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat seine Konjunkturprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert. Nach der aktuellen Einschätzung wird die deutsche Wirtschaft nur noch um gut 0,4 Prozent wachsen. Damit fällt das erwartete Wachstum mehr als halb so niedrig aus wie noch im Dezember angenommen. Als Ursachen nennt das Institut insbesondere den Irankrieg mit steigenden Energiepreisen und anhaltenden Lieferstörungen.

Die erhoffte konjunkturelle Erholung nach Jahren der Stagnation bleibt damit aus. Nach Angaben des IW schwächelt die Wirtschaft in nahezu allen zentralen Bereichen, während der Staat die Nachfrage stabilisiert. Gleichzeitig steigen die Belastungen für öffentliche Haushalte deutlich an.

Exporte und Investitionen im Rückgang – Konsum stagniert

Die Exporte werden laut Prognose 2026 um 0,3 Prozent sinken und damit das vierte Jahr in Folge zurückgehen. Während der Welthandel um 1,7 Prozent wächst, verliert die deutsche Exportwirtschaft weiter an Wettbewerbsfähigkeit, was auch Produktionsverlagerungen ins Ausland begünstigt.

Auch die Investitionstätigkeit bleibt schwach. Das IW reduziert seine Prognose für Anlageinvestitionen von 2,2 auf 1,2 Prozent. Bereits 2025 lagen die Ausrüstungsinvestitionen deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019, während nur ein kleiner Teil der Unternehmen steigende Ausgaben plant.

Der private Konsum stagniert im Jahr 2026. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise treiben die Inflation auf gut drei Prozent und belasten die Kaufkraft der Haushalte. In der Folge halten viele Verbraucher ihre Ausgaben zurück.

Am Arbeitsmarkt rechnet das IW mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit auf über drei Millionen Menschen sowie einer Quote von 6,4 Prozent. Die Erwerbstätigkeit sinkt demnach um rund 190.000 Personen. Stabilisiert wird die Konjunktur vor allem durch staatliche Ausgaben, insbesondere für Konsum und Verteidigung. Gleichzeitig steigt das Staatsdefizit auf 156 Milliarden Euro, die Staatsquote auf über 51 Prozent.

IW-Konjunkturchef Michael Grömling verweist auf eine Häufung wirtschaftlicher Krisen, die die Erholung überlagerten. Zugleich warnt er vor politischen Maßnahmen wie Tankrabatten, die strukturelle Probleme nicht lösten. Entscheidend seien vielmehr Reformen zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsbedingungen.

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