ifo-Index: Geschäftsklima in der Chemiebranche sinkt auf Dreijahrestief

München, 6. Mai 2026 (JPD) Das Geschäftsklima in der chemischen Industrie hat sich im April deutlich verschlechtert und ist auf den niedrigsten Stand seit nahezu drei Jahren gefallen. Der vom ifo Institut erhobene Index sank auf minus 29,0 Punkte, nach minus 25,1 Punkten im März. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage mit minus 27,1 Punkten etwas besser einschätzten als im Vormonat, brachen die Erwartungen für die kommenden Monate erheblich ein. Diese fielen von minus 18,6 auf minus 30,9 Punkte.

Einbruch der Erwartungen belastet Chemiebranche

Hintergrund der Entwicklung sind anhaltende Störungen in den globalen Lieferketten, die im April insbesondere durch die Iran-Krise verschärft wurden. Zwar berichteten Unternehmen von steigenden Auftragseingängen, da Kunden verstärkt auf inländische Produkte auswichen. Gleichzeitig leidet jedoch rund ein Drittel der Betriebe unter Materialengpässen, was zu steigenden Preisen für Chemikalien führt und weitere Preissteigerungen erwarten lässt.

Die Branche bewertet den Nachfrageanstieg überwiegend als temporär. Für die kommenden Monate planen viele Unternehmen mit einer rückläufigen Produktion, auch die Beschäftigungspläne bleiben zurückhaltend. Nach Einschätzung des ifo Instituts spiegelt die leichte Verbesserung der aktuellen Geschäftslage vor allem kurzfristige Effekte gestörter Lieferketten wider und deutet nicht auf eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung hin.

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