
Karlsruhe/Berlin, 29. April 2026 (JPD) Die Bundesanwaltschaft hat einen kasachischen Staatsangehörigen wegen des Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit festnehmen lassen. Grundlage war ein Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshof vom 23. April. Beamte des Bundeskriminalamts vollstreckten die Festnahme am 28. April in Berlin und durchsuchten die Wohnräume des Beschuldigten sowie die Wohnung einer nicht tatverdächtigen Person.
Dem Beschuldigten Sergej K. wird vorgeworfen, für einen russischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. Die Ermittler gehen von einem dringenden Tatverdacht nach § 99 Abs. 1 Nr. 1 StGB aus, auch in Verbindung mit dem Nebenstrafrecht.
Verdacht der Spionage und Vorbereitung von Sabotage
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft stand der Mann spätestens seit Mai 2025 von Deutschland aus in regelmäßigem Kontakt zu einem russischen Nachrichtendienst. In diesem Zeitraum soll er zahlreiche Informationen übermittelt haben, darunter zur militärischen Unterstützung der Ukraine durch Deutschland sowie zur deutschen Rüstungs- und Verteidigungsindustrie, insbesondere zu Unternehmen im Bereich Drohnen- und Roboterentwicklung.
Darüber hinaus soll Sergej K. wiederholt Fotos von öffentlichen Gebäuden in Berlin und von militärischen Transporten auf Autobahnen weitergegeben haben, darunter auch einen Konvoi eines NATO-Staates. Zudem habe er mögliche Sabotageziele in Deutschland benannt und seine Bereitschaft erklärt, weitere Personen für Spionage- und Sabotagezwecke zu rekrutieren.
Der Beschuldigte wird am heutigen Mittwoch dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt. Dieser entscheidet über die Eröffnung des Haftbefehls und den Vollzug der Untersuchungshaft.




