Millionen-Schaden durch illegale Prostitution: Anklage vor Landgericht Darmstadt erhoben

Frankfurt am Main, 17. April 2026 (JPD) Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen fünf Beschuldigte wegen des Verdachts des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern zur Ausübung der Prostitution erhoben. Die Anklage richtet sich gegen vier chinesische Staatsangehörige im Alter von 46, 43, 42 und 35 Jahren sowie einen 22-jährigen Deutschen und wurde zur Wirtschaftsstrafkammer des Landgericht Darmstadt erhoben. Drei der Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Gegen zwei Hauptbeschuldigte wird zusätzlich wegen Steuerhinterziehung sowie Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt ermittelt.

Mutmaßliches Netzwerk organisierter Prostitution und Schleusung

Den Ermittlungen zufolge sollen insbesondere ein 43-jähriger und eine 35-jährige Beschuldigte über mehr als drei Jahre hinweg bundesweit an über 500 Standorten Prostitutionsstätten in angemieteten Apartments und Hotelzimmern betrieben haben. Dort sollen überwiegend chinesische Frauen ohne Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis eingesetzt worden sein. Die Angebote seien über Online-Plattformen vermarktet worden, während ein Netzwerk sogenannter Telefonisten in China die Kundenkommunikation und Abwicklung organisiert haben soll.

Die beiden Hauptbeschuldigten sollen die zentralen unternehmerischen Entscheidungen getroffen und die Betriebsabläufe gesteuert haben. Dem 43-Jährigen wird insbesondere die Organisation der Kundenakquise zugeschrieben, während die 35-Jährige für Anmietung und Einnahmenverwaltung verantwortlich gewesen sein soll. Der 22-jährige Beschuldigte soll als Fahrer Einnahmen transportiert und Prostituierte zwischen Einsatzorten befördert haben.

Einer weiteren 42-jährigen Beschuldigten wird vorgeworfen, in einem Massagestudio ebenfalls illegal aufhältige Frauen eingesetzt zu haben. Eine 46-jährige Beschuldigte soll vor Ort organisatorische Aufgaben übernommen haben. Nach außen sollen die Hauptbeschuldigten bei Vertragsabschlüssen sowie Finanzgeschäften aufgetreten sein.

Der mutmaßliche Steuerschaden beläuft sich nach Angaben der Ermittler auf nahezu drei Millionen Euro, der Sozialversicherungsschaden auf rund 3,5 Millionen Euro. Den Ermittlungen gingen umfangreiche Maßnahmen voraus, darunter Durchsuchungen im Mai 2025 in etwa 40 Objekten bundesweit unter Beteiligung von rund 800 Einsatzkräften der Bundespolizei.

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