
München, 10. April 2026 (JPD) Das ifo Institut meldet eine deutliche Eintrübung des Geschäftsklimas in der Reisebranche. Der Branchenindikator für Reisebüros und Reiseveranstalter fiel im März auf minus 41,7 Punkte, nach minus 14,8 Punkten im Februar. Sowohl die aktuelle Lageeinschätzung als auch die Erwartungen der Unternehmen verschlechterten sich erheblich. Hintergrund ist die zunehmende Verunsicherung infolge des Iran-Konflikts.
Iran-Konflikt belastet Reiseverkehr und Buchungslage
Nach Angaben des Instituts wirken sich insbesondere Reisewarnungen für wichtige Transitländer in der Golfregion aus. Viele Flugverbindungen nach Asien führen über Drehkreuze in Staaten wie Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Laut Statistisches Bundesamt nutzten im Jahr 2025 rund 2,7 Millionen Passagiere aus Deutschland solche Strecken, was 5,9 Prozent der Flüge in Nicht-EU-Staaten entspricht.
Auch klassische Reiseziele in der Nähe der Konfliktregion sind betroffen. Im Jahr 2025 entfielen 20,3 Prozent der Flugreisen außerhalb der EU auf die Türkei, weitere 4,8 Prozent auf Ägypten. Beide Länder grenzen an die Region und geraten damit verstärkt in den Fokus von Sicherheitsbedenken.
Die Unsicherheit zeigte sich besonders in den traditionell buchungsstarken Monaten Januar und Februar. Reiseveranstalter und Reisebüros mussten bereits gebuchte Reisen häufiger umbuchen oder stornieren. Zugleich erwarten mehr Unternehmen steigende Preise für Reisedienstleistungen, unter anderem infolge höherer Treibstoffkosten.
Nach Einschätzung des ifo Instituts könnte zudem eine steigende Inflation die Reisebudgets im weiteren Jahresverlauf zusätzlich belasten. Die Entwicklung im Reiseverkehr bleibt damit eng an die geopolitische Lage im Nahen Osten gebunden.





