Cybertrading-Prozess: Landgericht Bamberg verhängt über sieben Jahre Haft

Bamberg, 26. Februar 2026 (JPD) Nach 11 Hauptverhandlungstagen ist vor dem Landgericht Bamberg ein Urteil gegen einen Hauptverantwortlichen der sogenannten Cybertrading-Industrie gefallen. Der Angeklagte hatte von Januar 2017 bis Mai 2019 ein Callcenter in Albanien mit bis zu 600 Beschäftigten aufgebaut, das gezielt Anleger aus dem deutschsprachigen Raum telefonisch zur Einzahlung großer Geldsummen bewegte. Laut Vorsitzendem Richter Götz wurden die Gelder niemals investiert, sondern vereinnahmt, Rückzahlungen oder Gewinnauszahlungen fanden zu keinem Zeitpunkt statt. Insgesamt entstand den Geschädigten ein Schaden von rund acht Millionen Euro.

Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit globaler Wirkung

Darüber hinaus entwickelte und vertrieb der Angeklagte eine Software, die zunächst den Betrieb seines Callcenters ermöglichte und später anderen Tätergruppen gegen Entgelt bereitgestellt wurde. Die Nutzung dieser Software führte zu weiteren Betrugsfällen weltweit und einem zusätzlichen Schaden von etwa 42 Millionen Euro, der dem Angeklagten zugerechnet wurde. Neben der Bereitstellung übernahm er auch den technischen Support für die Betreiber der Software.

Die 5. Strafkammer des Landgerichts verurteilte den Angeklagten wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung von Taterträgen in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro an. Der Angeklagte hatte sich im Rahmen einer Verständigung vollständig geständig gezeigt und bei den Geschädigten entschuldigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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